drucken

Die Dohnal

Die Dohnal

AT 2019, 105 min, OdF, R: Sabine Derflinger, K: Christine A. Maier, Eva Testor, D: Annemarie Aufreiter, Johanna-Helen Dohnal, Ingrid Dohnal, Sonja Ablinger, Ferdinand Lacina, Elfe Semotan 


Sabine Derflinger setzt Johanna Dohnal, dieser Ikone der österreichischen Politik, ein Denkmal und schafft damit eine Identifikationsfigur für heutige und nachfolgende Generationen.

Aus taktischen Gründen leisezutreten, hat sich noch immer als Fehler erwiesen. Die Dohnal erzählt vom Aufstieg und Fall einer der ersten Feministinnen in einer europäischen Regierung, die ausgerechnet in einem konservativen Land wie Österreich in den 1970er Jahren an die Macht kommt.
Dohnals Lebenspartnerin, ihre Tochter, ihre Enkelin, ihre MitarbeiterInnen, MitstreiterInnen und PolitikerInnen von damals erinnern sich. Johanna Dohnal hat durch ihr konsequentes Handeln in 16 Jahren Regierungsarbeit viel für die österreichischen Frauen erreicht. Dabei war ihr Kampf um Gleichberechtigung immer ein Kampf um eine Gesellschaft mit menschlichem Antlitz. Feministinnen, Politikerinnen und Journalistinnen sind sich dem Erbe, das Johanna Dohnal ihnen hinterlassen hat, bewusst und ziehen Kraft aus dem Erreichten, für das, was noch zu erreichen ist. Johanna Dohnal selbst kommt im Archivmaterial zu Wort. Sie zeigt uns, wie humorvoll und intelligent der kräfteraubende Kampf um eine gleichberechtigte Zukunft geführt werden kann.

REGIESTATEMENT
Anfang der 1970er Jahre geboren, gehöre ich zur Generation von Frauen, die mit Johanna Dohnal aufgewachsen ist. Sie war in den Medien präsent. Die ÖsterreicherInnen liebten oder hassten sie. Dazwischen gab es nichts. Die amerikanische Frauenbewegung war weit weg, und Alice Schwarzer war nach Simone de Beauvoir die Feministin, die für uns von Bedeutung war. Doch Johanna Dohnal war Feministin und als Staatssekretärin und Frauenministerin diejenige, die so viel für uns Frauen erreicht hat. Sie war Mitglied der österreichischen Bundesregierung. Sie saß also im Zentrum der Macht und hat von innen heraus so viel verändert. Dabei blieb sie ihr Leben lang der Frauenbewegung verbunden. Ihr Feminismus war einer, der untrennbar mit dem Klassenkampf verbunden war und mit dem Bewusstsein, dass der Kampf für Frauenrechte ein Kampf für eine Gesellschaft mit menschlichem Antlitz bedeutet. Als Kind einer ledigen Mutter hat sie sich aus armen Verhältnissen im grauen, zerstörten Nachkriegsösterreich in der Sozialistischen Partei hochgearbeitet. Bei der Großmutter aufgewachsen, fühlte sie sich als Außenseiterin, die sich die Freiheit, jenseits von Normen zu denken und zu fühlen, auch nach ihrem kometenhaften Aufstieg in der österreichischen Politik behalten hat. Johanna Dohnals Bestellung in die Politik war eine Sensation, ihre frühzeitige Abberufung gegen ihren Willen ein Skandal. Geblieben sind ihre Errungenschaften, die im heutigen Österreich plötzlich wieder zur Diskussion stehen.

__ Und längst überfällig war dieser Film. [...] 16 Jahre lang gegen die Windmühlen des Patriarchats gekämpft, gegen das »Was ist denn schon dabei?« und »Das war schon immer so!«. Und dabei war uns heute Selbstverständliches nur ein Teil davon, wie etwa Gesetze, die Vergewaltigung in der Ehe strafbar machen oder Frauen größere Unabhängigkeit bieten um pathologischen Beziehungsmustern zu entkommen. Eine noch größere Herausforderung war offenbar diese Richtlinien auch wirksam zu machen (»Oba gö?«, meinte da offenbar ein Genosse zum interviewten Altkanzler Vranitzky, »Umsetzen tu ma diese beschlossene Quotenregelung eh ned, oder?«) – uncut.at

Nächste Spieltermine:

Mo. 17. Februar 17.50 Uhr OdF Movie 2
Di. 18. Februar 18.20 Uhr OdF Movie 2
Mi. 19. Februar 18.20 Uhr OdF Movie 2
Do. 20. Februar 16.30 Uhr OdF Movie 3
Zum Reservieren klicken Sie bitte auf den gewünschten Termin. Bitte beachten Sie, dass u. U. nicht für jede Vorstellung reserviert werden kann.
Programmänderungen (auch Saalwechsel) vorbehalten.
Die Dohnal
Moviemento-Programmzeitung
Nr 373 - Februar 2020
Klassik im KinoKunst im Kino - Saison 2020KinderkinoPremiere: Born in EvinPremiere: BrotPremiere: Rettet das Dorf