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Menashe

Menashe

US 2017, 83 min, R: Joshua Z. Weinstein, K: Yoni Brook, Joshua Z. Weinstein, D: Menashe Lustig, Yoel Falkowitz, Ruben Niborski, Hershy Fishman, Meyer Schwartz, Ariel Vaysman Jorgeson 


Drama um einen verwitweten Mann aus der ultraorthodoxen jüdischen Gemeinschaft von Brooklyn, der sich um seinen Sohn kümmern will.

Im Herzen der orthodoxen chassidischen Gemeinde New Yorks kämpft der verwitwete Menashe, ein tollpatschiger Angestellter eines Tante-Emma-Ladens, darum, sein Leben im Griff zu behalten und seinem Sohn ein guter Vater zu sein. Aus traditionellen Gründen wird ihm der Junge weggenommen und dem gestrengen Onkel in Pflege gegeben, bis Menashe sich wiederverheiratet. Der Rabbi erlaubt schließlich dem Sohn, die Woche vor der Gedächtnisfeier für die verstorbene Mutter beim Vater zu verbringen. Dies ist für Menashe die Chance, seinen Mann zu stehen und den Respekt der Gemeinde wiederzuerlangen.
Ein warmherziges und beeindruckend authentisches Spielfilmdebüt. Der Dokumentarfilmemacher Joshua Z. Weinstein nimmt uns mittenrein in eine sonst eher verschlossene Gesellschaft. Die Chassiden folgen einer strengen Tradition des orthodoxen Judentums. Ihr Leben ist von einer Reihe an Handlungsvorschriften und hohen moralischen Ansprüchen geprägt. Für Weinstein, der selbst Jude und New Yorker ist, war die Gemeinde in Borough Park immer fremd. Der Zugang schien selbst ihm versperrt. Doch genau das reizte ihn daran, näher hinzuschauen. Und so wagte er ein riskantes ethnografisches Experiment. Denn der Schauspieler Menashe ist auch in Wirklichkeit Supermarktverkäufer, Witwer, Vater und Chasside und spielt sich hier selbst. Und auch die übrigen Rollen besetzte Weinstein mit Haredim (Ultraothodoxe) und ließ sie allesamt jiddisch sprechen – obwohl er selbst kein Wort versteht. Die Dreharbeiten fanden unter schwierigen Bedingungen an den Originalschauplätzen der chassidischen Gemeinde statt, in der (zumindest offiziell) niemand einen Fernseher besitzt oder geschweige denn Schauspieler leben. Weinstein drehte zwei Jahre in der Gemeinde, angetrieben vom Wunsch nach größtmöglicher Authentizität. Herausgekommen ist ein warmherziger, humorvoller, ja ungewöhnlicher Film, der einen Blick auf eine Welt ermöglicht, die sonst kaum einen zulässt.

__Ein warmherziges Juwel. - Los Angeles Times

__Ein ungewöhnlicher Film, ein Blick durchs Schlüsselloch einer verschlossenen Gemeinde. - Die Welt

__Ein klassischer ‚shlimasel‘ in der Woody-Allen-Nachfolge. - FAZ

Es sind keine Spieltermine für diesen Film vorhanden.
Menashe
Moviemento-Programmzeitung
Nr 357 - Oktober 2018
Klassik im Kino 18/19Rearview
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Film der Woche: Astrid