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Dogman

Dogman

IT/FR 2018, 102 min, R: Matteo Garrone, K: Nicolai Brüel, D: Marcello Fonte, Edoardo Pesce, Nunzia Schiano, Adamo Dionisi, Francesco Acquaroli, Alida Baldari Calabria 


Italienisches Rachedrama, in dem ein eigentlich sanftmütiger Hundeliebhaber zu unerwarteten Mitteln greift, um Vergeltung zu üben.

Irgendwo in einer verfallenen italienischen Küstenstadt, wo das Gesetz des Stärkeren gilt, lebt der sanftmütige Hundefriseur Marcello. Mit seinem Salon verdient der schmächtige Mann den bescheidenen Unterhalt für sich und seine kleine Tochter Alida, die er über alles liebt. Der ganze Ort wird allerdings von dem ehemaligen Boxer Simone tyrannisiert. Nach und nach drängt sich der soeben aus dem Gefängnis entlassene Mafioso auch in Marcellos Leben und bedroht dessen Existenz. Fest entschlossen, seine Würde zurückzugewinnen, schmiedet Marcello einen furchtbaren Racheplan.
DOGMAN ist eine düstere Parabel über die desolate Lage im heutigen Italien. Regisseur Matteo Garrone (GOMORRHA) erzählt die universelle Geschichte von einem guten Mann, der dem Bösen verfällt, zugleich fesselnd und sehr berührend vor einer faszinierenden süditalienischen Landschaft. In der Hauptrolle ein herausragender Marcello Fonte, der für seine Leistung beim Filmfestival in Cannes als bester Darsteller ausgezeichnet wurde.

REGIESTATEMENT
Wie bei vielen meiner Filme stand am Anfang von DOGMAN eine visuelle Anregung, ein Bild, eine Umkehrung der Perspektive: ein paar in Käfige gesperrte Hunde, die eine Explosion menschlicher Bestialität miterleben. Dieses Bild hatte ich vor über zehn Jahren im Kopf, als ich erstmals darüber nachdachte, diesen Film zu drehen. Aber ging es dabei wirklich um diesen Film? Das ist schwer zu sagen, denn im Laufe der Zeit hat sich DOGMAN mit mir verändert, wurde ein immer wieder neuer, anderer Film. Manche der ursprünglichen Ideen sind in den fertigen Film eingeflossen, aber ich glaube nicht, dass sie den tiefsten Kern der Geschichte ausmachen, die ich erzählen wollte: So ist DOGMAN nicht nur ein Film über Rache, obwohl Rache – oder besser gesagt: Erlösung – eine wichtige Rolle spielt. Ebenso wenig handelt es sich um eine bloße Variation des (äußeren) Themas eines Kampfes zwischen den Schwachen und den Starken. Vielmehr ist DOGMAN ein Film, der uns, wenn auch durch eine „extreme“ Geschichte, mit etwas konfrontiert, das uns alle betrifft: mit den Konsequenzen der Entscheidungen, die wir täglich treffen, um uns über Wasser zu halten; mit den Jas, die ein späteres Nein ausschließen; mit dem Unterschied zwischen dem, was wir sind und was wir zu sein glauben. Indem DOGMAN solch tiefgehende Fragen und den Verlust menschlicher Unschuld thematisiert, ist er ein universeller Film, wie ich finde, „ethisch“ und nicht moralisierend: Deshalb möchte ich mich entschieden von den Nachrichten-Schlagzeilen distanzieren, die lediglich eine vage Inspiration waren. Alles wurde umgestaltet, angefangen bei den Orten, den Charakteren und ihrem Innenleben. Schließlich möchte ich unterstreichen, wie wichtig es war, den Hauptdarsteller Marcello Fonte zu treffen: Seine Liebenswürdigkeit und sein historisch anmutendes Gesicht, das aus einem Italien zu kommen scheint, das im Verschwinden begriffen ist, haben entscheidend dazu beigetragen, dass mir klar wurde, wie ich mit diesem düsteren Thema umzugehen habe, das mich jahrelang ebenso angezogen wie abgestoßen hat – und mit der Figur, die ich zeigen wollte: einem Mann, der sich nach einem Leben voller Demütigungen zu erlösen versucht und schließlich der Illusion hingibt, nicht nur sich selbst befreit zu haben, sondern auch seine Umgebung, vielleicht sogar die ganze Welt. Die aber bleibt immer die gleiche – und nahezu teilnahmslos.

__ Ein harsches Drama, dicht und stark gespielt. – Programmkino.de

__ DOGMAN ist eine intensive Seherfahrung, die das Publikum ihre Armlehnen umklammern lassen wird bei der angsteinflößend realistischen Darstellung eines guten Mannes, der vom Teufel in Versuchung geführt wird. – The Hollywood Reporter

Es sind keine Spieltermine für diesen Film vorhanden.
Dogman
Moviemento-Programmzeitung
Nr 357 - Oktober 2018
Klassik im Kino 18/19Rearview
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Film der Woche: Astrid