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Meine schöne innere Sonne

Un beau soleil intérieur

FR/BE 2017, 94 min, R: Claire Denis, K: Agnès Godard, D: Juliette Binoche, Xavier Beauvois, Philippe Katerine, Nicolas Duvauchelle, Josiane Balasko, Gérard Depardieu, Valeria Bruni Tedeschi 


Umgeben von Menschen und trotzdem allein. Isabelle lebt das Leben eines Singles in der Großstadt Paris. Ausgerechnet von einem Wahrsager erhofft sie die Antwort auf die Frage, die sie mehr als alles andere beschäftigt – gibt es die Liebe fürs Leben oder ist sie nur eine Utopie?

Isabelle liegt in den Armen ihres Liebsten, des verheirateten Bankiers Vincent, als ihr bewusst wird: sie will mehr als leidenschaftliche Zweisamkeit. Isabelle will bedingungslose Liebe. Kein Versteckspiel hinter Ängsten und Kompromissen. Und so geht sie als starke, feminine und unabhängige Frau in Paris auf die Suche. Ihre Signale werden von der Männerwelt empfangen. Und so bekommt sie durchaus die Gelegenheit, ihre Vorstellungen von der Liebe an den Männern, die ihr begegnen, abzugleichen. Doch egal, ob es Mathieu ist, der ihr unverbindliche Angebote vor dem Fischhändler macht, oder ihr Ex-Mann und Vater ihrer zehnjährigen Tochter Cécile, François, der immer noch Hoffnungen auf eine Wiederbelebung ihrer Beziehung hat – Isabelle kann und will die Diskrepanz zwischen ihren Vorstellungen von Liebe und dem, was die Männer bereit oder in der Lage sind zu geben, nicht akzeptieren. Ist in ihrem Alter die Suche womöglich hoffnungslos geworden? Der Gedanke treibt Isabelle zur Verzweiflung, denn immer wieder stellt sie sich die Frage: »Ist das mein Leben?« Was Isabelle zunächst bleibt, sind beruflicher Erfolg und Anerkennung als Künstlerin, die sie auch von ihrer neuen Galeristin Maxime erfährt. Doch auch das kann die innere Leere, die Isabelles Sehnsucht nach Liebe hinterlässt, nicht ausgleichen. Als Isabelle auf einen von der Routine ermüdeten und von Selbstzweifeln geplagten Schauspieler trifft, ist alles anders. Sofort spürt sie eine Verbindung. Sie glaubt in dem sensiblen Mann die gleiche Sehnsucht nach Intensität zu entdecken. Isabelle verliebt sich. Endlich spürt sie in sich Gefühle, die über reine Leidenschaft hinausgehen.

STATEMENT DER DREHBUCHAUTORIN
Hoffnung, Erwartung und Enttäuschung in der Liebe: Isabelle geht durch viele Phasen und erlebt dabei viele Gefühle. Sie würde gerne wahre Liebe finden; jemanden treffen, mit dem sie sie selbst sein kann. Und sie ist sich nicht sicher, ob das jemals passieren wird. Wenn ein Mann erscheint, dann könnte genau er es sein – aber nie ist er es. Isabelle erlebt diese Phasen von Ungewissheit, auf der hoffnungsvollen Jagd nach einem Ideal – und sie erfährt immer wieder, dass ein Gefühl glücklich machen, aber genauso schaden und verletzen kann. Egal, ob Mann oder Frau, jeder hat das süße Versprechen der Liebe erlebt und die Hoffnung, sie zu finden. Das ist eine allgemeingültige Hoffnung, so tiefgründig, dass sie Schreie der Angst aus den entferntesten Tiefen der Seele hervorrufen kann. So wie bei diesem Mann, in einem geparkten Auto, dem eine Frau erklärt, dass sie von dessen Gefühlen tief berührt sei, aber nicht das Gleiche fühle. Isabelle trifft auf Männer, liebt sie oder glaubt, dass sie es tut. Diese Männer haben alle etwas Besonderes, aber sie haben auch soziale Reflexe. Und zuweilen bekommen wir den Eindruck von einem Liebeskörper, der von sozialen Vorurteilen und Reflexen verdorben ist. Für den alles wichtig ist: die Art und Weise, wie ein Wort ausgesprochen wird, eine einfache physische Geste oder die Art und Weise, wie man vom anderen betrachtet wird. Kino ist nicht meine Welt. Ich wollte nie einen Film machen. Ich hatte nie daran gedacht, ein Drehbuch zu schreiben. Ich hatte ein kollektives und technisches Verständnis vom Kino. Das war nichts für mich. Das war nichts, was mich interessieren könnte. Ich habe alle diese Vorbehalte gegenüber Claire Denis ausgedrückt. Sie hat sie weggefegt, einen nach dem anderen. Ich habe verstanden, dass das etwas Einfaches sein könnte, dass das Kino dir erlaubt, deine individuellen Stärken zu erkennen, und versucht, durch Ton und Bild verstanden zu werden.

__ Nie war Juliette Binoche schöner und verführerischer als unter dem Blick von Denis‘ Kamerafrau Agnès Godard.
– Abendzeitung

__ Die Regisseurin (...) reiht eine Szene der scheiternden Liebe an die nächste und verbindet vorsichtige Situationskomik mit scharfem Wortwitz. – Spiegel Online

Es sind keine Spieltermine für diesen Film vorhanden.
Meine schöne innere Sonne
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Nr 347 - Dezember 2017
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