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Eine fantastische Frau

Una mujer fantastica

CL/US/ES/DE, 2017, 104 min, Span./OmdtU, R: Sebastián Lelio, K: Benjamín Echazarreta, D: Daniela Vega, Francisco Reyes, Luis Gnecco, Aline Küppenheim, Nicolas Saavedra, Amparo Noguera 


Drama und Porträt einer starken transsexuellen Frau, die trotz heftiger Widerstände zur Beerdigung ihres Geliebten geht.

Marina und Orlando lieben sich und planen eine gemeinsame Zukunft. Sie arbeitet als Kellnerin und singt leidenschaftlich gern, der 20 Jahre ältere Geliebte hat ihretwegen seine Familie verlassen. Doch als die beiden nach Marinas ausgelassener Geburtstagsfeier in einem Restaurant nach Hause kommen, wird Orlando plötzlich leichenblass, reagiert nicht mehr. Im Krankenhaus können die Ärzte nur noch seinen Tod feststellen. Die Ereignisse überschlagen sich: Marina sieht sich mit den unangenehmen Fragen einer Kommissarin konfrontiert, und Orlandos Familie begegnet ihr mit Wut und Misstrauen. Seine Noch-Ehefrau schließt sie von der Beerdigung aus; die gemeinsame Wohnung, die auf dem Papier Orlando gehört, soll sie möglichst rasch verlassen. Marina ist eine Transgender-Frau, und die Familie des Verstorbenen fühlt sich durch ihre sexuelle Identität bedroht. Mit der gleichen Energie, mit der sie früher dafür gekämpft hat, als Frau zu leben, pocht Marina nun erhobenen Hauptes auf ihr Recht auf Trauer. Und wenn schon nicht ihre Umgebung, so ist doch der Film ganz auf ihrer Seite und zeigt die zunehmend ins Abseits gedrängte Protagonistin als starke, lebenskluge – fantastische – Frau.
Die chilenische Sängerin und Schauspielerin Daniela Vega ist in ihrer Rolle als unbeugsame Marina ebenso fantastisch wie die Titelheldin. Sebastián Lelio, der mit EINE FANTASTISCHE FRAU bei der diesjährigen Berlinale mit dem Silbernen Bären für das beste Drehbuch und dem Teddy Award ausgezeichnet wurde, gilt als einer der führenden Filmregisseure des lateinamerikanischen Kinos.

AUS EINEM INTERVIEW MIT DEr regie:
Warum war es Ihnen wichtig, dass Marina, die Hauptfigur Ihres Films, transsexuell ist?
Weil alles, was der Hauptfigur passiert, dadurch verstärkt wird. Ihre Einsamkeit genauso wie ihre emotionale Kraft. Die Tatsache, dass Marina transsexuell ist, verändert die Geschichte, macht sie bewegender, intensiver. Natürlich habe ich mich bereits zu einem frühen Zeitpunkt, noch weit vor der Drehbuchphase, mit Transsexuellen getroffen. Schließlich erzählte mir jemand von Daniela Vega, einer jungen Schauspielerin und Sängerin. Zunächst habe ich sie ausschließlich als Beraterin in Erwägung gezogen. Als ich sie dann zum ersten Mal sah, war ich hin und weg von ihrer Präsenz und ihrer Anmut. Wir haben stundenlang geredet, ich war wirklich überwältigt. Letztendlich war ich mir erst nach dieser Begegnung sicher, dass ich diesen Film wirklich machen wollte, und zwar mit einem realen Charakter: Ich wusste auch, dass ich den Film nur mit einer transsexuellen Schauspielerin drehen würde oder eben gar nicht. Wahrscheinlich hatte ich Daniela damals bereits im Hinterkopf, aber es war zu früh, um mir das selbst einzugestehen. Also haben wir uns erst einmal weiter per Skype ausgetauscht, monatelang. Ich lebte damals in Berlin, sie in Santiago. Währenddessen schrieb ich am Drehbuch, und wir redeten und redeten, ich habe ihr viele Fragen gestellt. Daniela Vega hat viel über Diskriminierungen gesprochen, über die Spannungen und Aggressionen in unterschiedlichen Situationen. Sie hat auch darüber gesprochen, wie sich Gewalt zeigt: ganz direkt oder auch subtil und wie sich Menschen dazu verhalten. Das alles ist, neben tausend anderen Dingen, ins Drehbuch eingeflossen.

__ Sebastián Lelio dürfte Almodóvars Thronanwärter sein! – The Guardian

__ Meisterhaft gespielt von Daniela Vega ... Ein herzzerreißendes Drama voller unvergesslicher Szenen ... Der neue Almodóvar kommt aus Chile. – Le Parisien

__ Ein berührender, exzellent gespielter Film – absolut sehenswert! – RBB

Nächste Spieltermine:

Do. 19. Oktober 16:15 Uhr OmU Movie 1
Sa. 21. Oktober 14:45 Uhr OmU Movie 2
Do. 26. Oktober 14:15 Uhr OmU Movie 2
Zum Reservieren klicken Sie bitte auf den gewünschten Termin. Bitte beachten Sie, dass u. U. nicht für jede Vorstellung reserviert werden kann.
Programmänderungen (auch Saalwechsel) vorbehalten.
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