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Zum Verwechseln ähnlich

Il a déjà tes yeux

FR, 2016, 95 min, R: Lucien Jean-Baptiste, K: Colin Wandersman, D: Aïssa Maïga, Lucien Jean-Baptiste, Zabou Breitman, Vincent Elbaz, Michel Jonasz, Naidra Ayadi 


Amüsante französische Komödie, die anhand einer kulturübergreifenden Adoption von Vorurteilen, Toleranz und der sich verändernden Gesellschaft erzählt.

Paul und Sali sind ein glückliches Paar. Sie haben einen kleinen Blumenladen in Paris eröffnet, und es gelingt ihnen sogar, Salis Familie, die aus dem Senegal stammt, mit hinreichend Traditionswahrung glücklich zu machen. Mehr als alles andere wünschen sie sich ein Kind, seit Jahren läuft der Adoptionsantrag. Eines Tages klingelt das Telefon: Der kleine Benjamin könnte neue Eltern gebrauchen. Das Baby ist hinreißend: süß, pflegeleicht und – weiß! Paul und Sali sind auf den ersten Blick zwar etwas geplättet, doch sie verlieben sich sofort in den kleinen Racker. Da der liberale Fortschritt der Welt Patchworkfamilien jeglicher Couleur fest etabliert hat, sind sich Paul und Sali sicher, dass schwarze Eltern mit einem weißen Baby offene Türen einrennen werden. Doch als Sali beim Kinderarzt und auf dem Spielplatz stets nur für die Nanny gehalten wird und die senegalesischen Großeltern erst in eine Farbkrise und dann in eine Depression verfallen, stellen sie fest, dass die Welt doch nicht so bunt ist, wie sie dachten.
Da hilft auch die misstrauische Dame vom Familienamt nicht weiter, die ihnen in den ungünstigsten Situationen auflauert, in der Hoffnung, den ultimativen Erziehungsfehler zu finden. Als eine babysittende Freundin ohne Aufenthaltserlaubnis von der Polizei mit dem Baby aufgegriffen wird, ist das Chaos perfekt.
ZUM VERWECHSELN ÄHNLICH ist turbulentes und mit großem Herz erzähltes Komödienkino in bester französischer Tradition. Regisseur Lucien Jean-Baptiste und sein wunderbares Darstellerensemble lassen ein vielfarbiges Spektrum aus Gemeinheiten und Toleranztrainingseinheiten auf die Leinwand strahlen. ZUM VERWECHSELN ÄHNLICH ist ein gerissener Schlagabtausch zwischen den menschlichen Licht- und Schattenseiten unserer Zeit, der amüsiert, glücklich macht und aus dem großen bunten Familienalbum des französischen Kinos schon jetzt nicht mehr wegzudenken ist.

AUS EINEM INTERVIEW MIT DEM REGISSEUR UND HAUPTDARSTELLER:
Ist Ihnen bewusst, dass Sie mit Ihren Filmen viel für die Toleranz tun?
Ich hoffe es, denn ich möchte jetzt wirklich, dass die Dinge vorangehen. Zuvor habe ich diese Rolle ungern akzeptiert. Ich wollte nur meine Geschichten erzählen. Und dann wurde mir bewusst, dass ich durch diese Geschichten sehr viele Dinge über Rassismus und Unterschiede weitergab, unter denen auch ich, als ich jung war, gelitten habe. Aber ich mache das instinktiv, fast ohne es zu wollen, denn ich bin kein Intellektueller. Mit Lachen kann man böse Gedanken entschärfen! Manche fragen mich, ob ich noch lange Filme über und mit Schwarzen, die auf Weiße treffen, machen werde. Ich antworte mit ja, denn jeden Tag fragt man mich, woher ich komme, was immer wieder auf meine Hautfarbe zurückführt. Aber fragt man das auch weiße Regisseure, fragt man sie, warum sie meist nur weiße Schauspieler und weiße Charaktere in ihren Filmen zeigen? In TRIFF DIE ELISABETHS! erzählte ich, wie ein Vater versucht, seinen Kindern Träume zu geben. In ZUM VERWECHSELN ÄHNLICH zeige ich, wie manche Paare dafür kämpfen, dass Waisenkinder eine sie liebende Familie bekommen.

__Leichtes, unbeschwertes Kino – Programmkino.de

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