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I Am Not Your Negro

I Am Not Your Negro

US/FR/BE/CH, 2016, 93 min, R: Raoul Peck, K: Henry Adebonojo, Bill Ross, Turner Ross, D: Alexandra Strauss, D: James Baldwin, erzählt von Samuel L. Jackson 


Brillant komponierter Dokumentarfilm-Essay mit Rückblick auf die Ära der amerikanischen Bürgerrechtsbewegung sowie das Leben und Werk des verstorbenen afroamerikanischen Schriftstellers James Baldwin.

Als der US-Schriftsteller James Baldwin im Dezember 1987 starb, hinterließ er ein 30-seitiges Manuskript mit dem Titel »Remember This House«. Das Buch sollte eine persönliche Auseinandersetzung mit den Biografien dreier enger Freunde werden, die alle bei Attentaten ermordet wurden: Martin Luther King, Malcolm X und Medgar Evers. Die persönlichen Erinnerungen an die drei großen Bürgerrechtler verknüpft Baldwin mit einer Reflexion der eigenen, schmerzhaften Lebenserfahrung als Schwarzer in den USA. I AM NOT YOUR NEGRO schreibt Baldwins furioses Fragment im Geiste des Autors filmisch fort und verdichtet es zu einer beißenden Analyse der Repräsentation von Afroamerikanern in der US-Kulturgeschichte. Baldwins Worte ertönen über Archivfotos, Filmausschnitte und Nachrichten-Clips der 1950er und 60er Jahre, die noch von Rassentrennung und einer beinah vollkommenen Unsichtbarkeit der Schwarzen in Hollywood geprägt waren; sie erzählen von der Formierung der schwarzen Bürgerrechtsbewegungen und Baldwins kompliziertem Verhältnis zum Black-Power-Movement. In einer kühnen Erweiterung des literarischen Texts spannt der Film den Bogen bis in die Jetztzeit: zur noch heute gegenwärtigen weißen Polizeigewalt gegen Schwarze, den Rassenunruhen von Ferguson und Dallas und der Black-Lives-Matter-Bewegung.
In einem hochpolitischen Prozess der Aneignung schreibt I AM NOT YOUR NEGRO damit die US-Geschichte aus einer bis heute unterdrückten Perspektive neu. Der aus Haiti stammende Regisseur Raoul Peck (Lumumba, Der Mann auf dem Quai, Der junge Karl Marx) wurde für seinen mitreißenden Dokumentarfilm-Essay auf der diesjährigen Berlinale mit Standing Ovations gefeiert und mit dem Panorama-Publikumspreis ausgezeichnet.
Die eindrucksvollen Originalaufnahmen vibrieren vor Leidenschaft. Rau, ungeschönt und mit abrupten Schnitten in hautnahe Momentaufnahmen geteilt, mit rhythmischer Intensität. Dazu immer wieder aus dem Off die stolze heisere Stimme von Hollywoodstar Samuel L. Jackson, der die Texte Baldwins kraftvoll mit Schmerz und Verzweiflung vorträgt. »Wenn Amerikas schwarze Bevölkerung eine Zukunft hat, wird auch Amerika eine Zukunft haben – nicht eher. Und wenn die farbigen Völker der Welt eine Zukunft haben, werden auch die westlichen Länder eine Zukunft haben – und nicht eher«, verkündete James Baldwin einst auf dem Russell-Tribunal in Stockholm. Ein Statement so klar wie die absolut sehenswerte Doku. Und somit gilt es den Blick nicht nur allein auf die USA zu richten. Leider kennt Rassismus keine Grenzen. (Programmkino.de)

__ Ein unerschrockener Dokumentarfilm, der ein starkes Statement zu den oft wiederholten Fehlern der Vergangenheit abliefert. – Empire UK

__ Wenn man I Am Not Your Negro anschaut, wird man für kaleidoskopartige 90 Minuten in den Kopf von James Baldwin versetzt und kommt so faszinierend nah an seine existenzialistische Wahrnehmung der versteckten Bedeutung von Rasse in Amerika heran. – Variety

Es sind keine Spieltermine für diesen Film vorhanden.
I Am Not Your Negro
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Nr 341 - Juni 2017
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