Everytime

von Sandra Wollner

Eine Mutter, ihre Tochter und ein Teenager, dem ein tragischer Tod angelastet wird, reisen gemeinsam nach Teneriffa. Auf dem nie stattgefundenen Familienurlaub konfrontieren sie Trauer, Schuld und Vergebung.

Das letzte Foto, das Jessie gemacht hat, zeigt die Sonne über Berlin. Sie hängt da, als wäre nichts geschehen. Aber Ella hat ihre Tochter verloren. Was ihr bleibt, ist Jessies kleine Schwester und die komplizierte Beziehung zu dem Jungen, dem alle die Schuld geben. Das merkwürdige Trio landet in einem Familienurlaub, den es so nie gab. Unter der flirrenden Sonne Teneriffas verweben sich Erinnerung und Gegenwart unauflöslich ineinander.

AUS EINEM INTERVIEW MIT REGISSEURIN SANDRA WOLLNER

«Wer schaut da überhaupt zu?»

Eine Unachtsamkeit, eine Kante, ein Abgrund. Jessies Fall im Morgenlicht. Ihre kleine Schwester, ihre Mutter, ihr Freund müssen plötzlich mit ihrer Abwesenheit leben. Sandra Wollners Kino ist kein Erzählen im klassisch narrativen Sinn, sondern vielmehr ein Spüren und Ergründen von Zuständen und Wahrnehmungen, von Versuchen, mit dem Verlust eines Menschen einen Modus vivendi zu finden. In EVERYTIME verschränken sich Erinnerungen und eine nicht gelebte Zukunft in einer entrückten Realität, die angesichts des Unfassbaren das Undenkbare zulassen kann.

Zu Beginn von EVERYTIME hört eine kleine Schwester nicht auf, sich ihrer großen Schwester gegenüber zu beschweren, dass sie immer benachteiligt sei, zu wenig Platz, zu wenig Privatsphäre ... Familie erscheint zunächst als dynamischer Ort der Positionskämpfe und erweist sich zugleich als feste Ordnung, die durch das Fehlen eines Elementes schwer irritiert wird. Hat Sie eine Reflexion über das System Familie in den Anfängen des Drehbuchs von EVERYTIME beschäftigt? 

SANDRA WOLLNER: In der ersten Szene werden wir mitten in das ganz normale Chaos einer Familie geworfen: Zwei Schwestern, die sich kabbeln, immer und überall, die Mutter, die in der Warteschleife einer Airline hängt und versucht, das Leben zu organisieren. Man streitet sich über zu wenig Platz, über das Essen – ein dauernder Austausch über seinen Platz in der Welt. Währenddessen hat im Off jemand einen Unfall, alle drehen sich danach um, aber niemand bleibt wirklich stehen, weil es niemanden sonst betrifft. Das ist das Leben eines anderen. Mich hat das Chaos interessiert, das Nebeneinander von gelebten Leben. In den Anfängen des Buches standen drei Charaktere: Ella, Melli und Lux. Es sind die Nachbilder von Menschen, die ich in meinem Leben getroffen habe, die auf jeden Fall eine Inspiration für diesen Film waren. Aber diese Nachbilder haben ein Eigenleben entwickelt und sind zu autonomen Figuren geworden, denen ich gefolgt bin.

www.austrianfilms.com

Spielzeiten und Tickets

Ab 27.11.2026
Do. 26.11.
Movie 1
Premiere: Everytime
Premiere

in Anwesenheit von Sandra Wollner und Birgit Minichmayr

So. 29.11.
Movie 2
Everytime

AT/DE 2026, 123 min, OdF, R: Sandra Wollner, B: Sandra Wollner, K: Gregory Oke, S: Hannes Bruun, D: Birgit Minichmayr, Tristán López, Lotte Keiling, Carla Hüttermann, Hermann Beyer, Eva Weißenborn