Auf der Suche nach der gestohlenen Zeit

von Konrad Wakolbinger

In einer Welt die immer schneller rast, begibt sich AUF DER SUCHE NACH DER GESTOHLENEN ZEIT auf eine Reise durch unser Zeitbewusstsein.


Der Film erzählt, wie die in einem mittelalterlichen Kloster erfundene Uhr den Takt unserer Arbeit, unserer Gesellschaft und unseres Lebens bestimmt. Dabei untersucht er die uns prägende Formel „Zeit ist Geld“ und stellt die Frage: Wie können wir Zeit bewusster gestalten, um weniger “gestohlene“ Momente zu empfinden und mehr Eigenzeit mit Tiefe, Präsenz und Sinn in unserem Alltag zu erleben? 
Mit großer Neugierde und in spannenden wie nachdenklichen Interviews zeigt er, wie Zeit unser Handeln formt und wie die neuen Technologien unser Zeitverständnis beeinflussen.
 

AUS EINEM INTERVIEW MIT DEM REGISSEUR:
Ihr Film macht nicht nur im Experiment, das im Nachspann zu sehen ist, deutlich, wie subjektiv das Zeitempfinden ist. Dennoch oder gerade deshalb räumen Sie der Wissenschaft großen Raum ein. Wollten Sie etwas Objektives über Zeit herausfinden?
 
KONRAD WAKOLBINGER: Ja, natürlich hat mich dieser Film auch vor die Herausforderung gestellt, Zeit theoretisch zu verstehen, und ich habe mir die Frage gestellt: Wie objektiv kann das Ganze sein? Ich hatte zunächst angenommen, dass ich im Bereich der Physik oder in der Philosophie jemanden finden werde, der die Zeit klar definiert. Im Endeffekt gibt es das nicht. Wenn man sich in diese Frage vertieft, dann ist das eine Suche ohne Ende. Eine Quantenphysikerin hat mir gesagt: „Wir können mit Zeit arbeiten. Wir können in die Vergangenheit oder in die Zukunft schauen. Wir können sie messen. Aber was sie ist, wissen wir  – die Physik – nicht.“ In der Schleifenquantengravitation des italienischen Physikers Carlo Rovelli gibt es die Zeit – also die Variable t – erst gar nicht.
Ein interessanter Aspekt im Film geht auf meinen Interviewpartner Karlheinz Geißler zurück, der auf den Unterschied zwischen Takt und Rhythmus verweist. Die Zeit, die uns die Natur über Tag/Nacht und die Jahreszeiten vermittelt, ist zirkulär und rhythmisch, kommt immer wieder, aber nicht ganz exakt gleich. Es gibt also eine natürliche Zeit. Der Takt, der durch die Uhr vorgegeben wird, wurde künstlich drübergestülpt. Das subjektive Zeitempfinden war mir zu Beginn der Recherche nicht so wichtig, hat aber dann seinen Platz bekommen, weil es diese interessante Spannung hervorkehrt, dass wir von etwas getrieben sind, das objektiv nicht nachweisbar ist.

Spielzeiten und Tickets

Ab 19.06.2026
Do. 18.06.
City 2
Premiere: Auf der Suche nach der gestohlenen Zeit
Premiere

in Anwesenheit von Konrad Wakolbinger

In Search of Stolen Time

AT 2025, 86 min,  OmU, R: Konrad Wakolbinger, B: Konrad Wakolbinger, K: Martin Putz, S: Julia Willi, Oliver Neumann, D: