Ein gedemütigter Soldat kämpft verzweifelt gegen Armut, Ausbeutung und Eifersucht – doch als seine Welt zerbricht, wird aus dem Unterdrückten ein Mörder.
Eine kleine Garnisonsstadt Mitte des 19. Jahrhunderts. Der Offiziersbursche Woyzeck versucht mit allerlei Nebentätigkeiten für seine Partnerin Marie und sein uneheliches Kind zu sorgen. Um etwas Geld zu verdienen, unterzieht er sich den fragwürdigen medizinischen Experimenten eines Doktors und wird zugleich von einem Hauptmann gedemütigt. Während Woyzecks psychische Belastung wächst, fühlt sich Marie zunehmend von dem selbstbewussten Tambourmajor angezogen. Zwischen sozialer Ausgrenzung, materieller Not und innerer Zerrissenheit gerät Woyzeck immer tiefer in eine Krise, die sein Verhältnis zu seiner Umwelt und zu den Menschen, die ihm nahestehen, grundlegend verändert. Als Marie ihn mit dem Major betrügt sind Woyzecks Eifersucht und Verzweiflung grenzenlos ...
Basierend auf einem authentischen Kriminalfall des 19. Jahrhunderts verfilmte Werner Herzog Georg Büchners Dramenfragment nahezu wortgetreu. In der Rolle des Franz Woyzeck ist Klaus Kinski zu sehen, neben Eva Mattes, Wolfgang Reichmann, Josef Bierbichler und Willy Semmelrogge. Die enge Orientierung an Büchners Vorlage rückt deren zentrale Themen wie soziale Ausgrenzung, Machtmissbrauch und die psychische Zerrüttung des Individuums in den Mittelpunkt. Seine Premiere feierte Woyzeck 1979 bei den Internationalen Filmfestspielen von Cannes. Der Film zählt zu den bekanntesten Literaturverfilmungen Werner Herzogs und zu den prägenden Arbeiten seiner langjährigen Zusammenarbeit mit Klaus Kinski.
Spielzeiten und Tickets
DE 1979, 74 min, OdF, R/B: Werner Herzog, K: Jörg Schmidt-Reitwein, S: Beate Mainka-Jellinghaus, D: Klaus Kinski, Eva Mattes, Wolfgang Reichmann, Willy Semmelrogge, Josef Bierbichler, Paul Burian