Der neue Film von Eva Trobisch feiert im Wettbewerb der 76. Berlinale Premiere und festigt ihren Ruf als eine der spannendsten Stimmen des europäischen Kinos der Gegenwart.
Lea hat sich bei einer Castingshow beworben. Der Redakteur fragt: „Wer bist du, und was macht dich aus?“ Lea weiß es nicht und beginnt, nach einem passenden Ich zu suchen. Unterdessen wird in ihrem Heimatort das Museum kostspielig aus EU-Töpfen saniert, während gleichzeitig die Pension ihrer Familie ums wirtschaftliche Überleben kämpft.
Leas Familie, das sind: ihre Eltern, Matze und Rieke, frisch getrennt, da Rieke schwanger von einem anderen Mann ist, allerdings noch recht ungeübt in den neuen Familienverhältnissen; ihre Großeltern, die ebenfalls selbst genug Probleme haben, miteinander und mit ihrem Waldhotel, das in der abgelegenen Region mehr Geld verschlingt als es einbringt; und ihre Tante Kati, in der zwar Lea ein Vorbild sieht, die sich aber mit ihrem kulturhistorischen Anspruch als Museumsleiterin in der ostdeutschen Provinzstadt gerade keine Freunde macht – auch in der eigenen Familie nicht. Selbst Leas beste Freundin Bonny ist anderweitig beschäftigt, denn sie ist frisch verliebt in Leas aktivistischen Cousin Edgar.
Wer also ist die Kandidatin Lea – welche Homestory lässt sich daraus machen? ETWAS GANZ BESONDERES ist eine Familiengeschichte. Und eine Gemengelage.
Mit ihrem dritten Spielfilm nach ALLES IST GUT und IVO ist Eva Trobisch ein liebevoll-schmerzhaftes Familienporträt gelungen. Dabei konnte sich die Regisseurin und Drehbuchautorin auf ein exzellentes Ensemble verlassen – allen voran Neuentdeckung Frida Hornemann als Lea, die mit einer beeindruckenden, oft aufgestaut wirkenden Zurückhaltung spielt; gefolgt von Max Riemelt als Vater Matze, der darum bemüht ist, alles zusammenzuhalten; Eva Löbau als Leas Tante Kati; Peter René Lüdicke und Rahel Ohm als Großeltern, die schon so lange miteinander hadern, dass es für sie der Normalzustand ist; Gina Henkel als Mutter Rieke sowie Florian Lukas als der neue Mann in deren Leben.
Eva Trobisch macht Filme, die komplexer, genauer, humorvoller und dadurch beglückender sind als fast alles, was man gerade sonst so im deutschen Gegenwartskino sehen kann. FAZ
Ein Heimatfilm, wie es noch keinen gab Die Zeit
Spielzeiten und Tickets
DE 2026, 116 min, OdF, R/B: Eva Trobisch, K: Adrian Campean, S: , D: Frida Hornemann, Eva Löbau, Rahel Ohm, Peter René Lüdicke, Max Riemelt, Gina Henkel