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Leid und Herrlichkeit

Dolor y gloria

ES 2019, 114 min, R: Pedro Almodóvar, K: José Luis Alcaine, D: Antonio Banderas, Asier Etxeandia, Leonardo Sbaraglia, Nora Navas, Penélope Cruz, Cecilia Roth 


Faszinierendes Drama über einen alternden Regisseur, der sein Leben und seine Lieben Revue passieren lässt.

Regisseur Salvador Mallo entdeckte schon früh seine Leidenschaft für das große Kino und die Geschichten, die es erzählt. Aufgewachsen in einem Dorf im Valencia der 1960er Jahre, aufgezogen von seiner liebevollen Mutter, die sich ein besseres Leben für ihn wünscht, zieht es ihn in den 1980er Jahren nach Madrid. Dort trifft er auf Federico, eine Begegnung, die sein Leben von Grund auf verändern wird. Gezeichnet von seinem exzessiven Leben blickt Salvador jetzt auf seine prägenden Jahre zurück, in denen er Begehren und Liebe erfuhr, aber auch schmerzliche Verluste hinnehmen musste, und in denen er zu einem der innovativsten und erfolgreichsten Filmschaffenden in Spanien wurde. Durch die Reise in seine Vergangenheit und die Notwendigkeit diese zu erzählen, findet Salvador den Weg in ein neues Leben….
Mit LEID UND HERRLICHKEIT gelingt Regisseur Pedro Almodóvar ein faszinierendes Vexierspiel zwischen Fiktion und autobiographischer Wahrheit. Über drei Epochen fächert er das schillernde Leben von Salvador Mallo auf, einem berühmten Filmregisseur, der sich unerwartet am Ende seiner Laufbahn wiederfindet. Superstar Antonio Banderas (Die Haut, in der ich wohne) spielt diesen einst vor Lebenslust und Kreativität sprühenden Mann mit glühender Intensität. Penélope Cruz (Vicky Cristina Barcelona, Volver) glänzt in der Rolle von Jacinta, Mallos Mutter. Die Musik stammt von dem preisgekrönten Filmkomponisten Alberto Iglesias (Volver, Dame, König, As, Spion), der seit über zwanzig Jahren erfolgreich mit Almodóvar zusammenarbeitet. Auch mit dem Kameramann José Luis Alcaine (Frauen am Rande des Nervenzusammenbruchs) verbindet ihn eine jahrelange künstlerische Freundschaft.

Regiestatement
LEID UND HERRLICHKEIT wurde ungeplant der Abschluss einer Trilogie, deren Entstehung 32 Jahre gedauert hat. Die ersten beiden Teile sind Das Gesetz der Begierde (La ley del deseo, 1987) und La Mala Educación – Schlechte Erziehung (2004). Alle drei Filme haben einen Filmregisseur als Protagonisten und in jedem Teil stellen Begierde und filmisches Erzählen die Grundpfeiler der Handlung dar. Doch die Art und Weise, wie Fiktion und Realität verbunden sind, unterscheidet sich in jedem von ihnen. Kunst und Leben stehen für die zwei Seiten derselben Medaille. Und das Leben beinhaltet immer Leid und Begierde.
Neben anderen Themen handelt dieser Film von zwei Liebesgeschichten, die beim Protagonisten ihre Spuren hinterlassen haben und schließlich in der Fiktion aufgelöst werden. Als sich die erste Erfahrung ereignet, ist sich der Protagonist dieser nicht bewusst. Er erinnert sich erst 50 Jahre später daran. Es ist der Moment, als er zum ersten Mal den Impuls des Verlangens verspürte. Salvador war neun Jahre alt und das Erlebte hinterließ in ihm einen so intensiven Eindruck, dass er wie vom Blitz getroffen ohnmächtig zu Boden fiel.
Die zweite Episode spielt auf dem Höhepunkt der achtziger Jahre, als das Land mit dem Beginn der Demokratie einen Aufbruch der Freiheit feierte. Diese Erinnerung an seine große Liebe schreibt Salvador auf, um sie zu vergessen, und wandelt sie schließlich in einen Monolog um, den der Schauspieler Alberto Crespo aufführt. Da Salvador nicht will, dass ihn jemand in dem Stück erkennt, gibt er dem Drängen Crespos nach und überträgt ihm die Autorenschaft. Unter dem Titel ‚Die Abhängigkeit‘ führt Alberto Crespo den Monolog vor einer leeren, weißen Leinwand als einzigem Bühnenbild auf. Die weiße Leinwand repräsentiert alles: das Kino aus Salvadors Kindheit, seine Erinnerungen als Erwachsener, seine Reisen mit Federico, um Madrid und dem Heroin zu entfliehen und wie er zu einem Autor und Filmemacher wurde. Die Leinwand als Zeuge, Begleiter und Schicksal.

__ Ein großer Film von einem großen Regisseur. – programmkino.de

__ [...] Ein Hauch von altem Kino weht in ihm. Ein Fellini, ein Bergman, eine Monroe, eine Taylor, sie alle vereinen sich in diesem stilleren Almodóvar, der das Kino noch immer mit seiner Leidenschaft bereichert. – kino.de

Es sind keine Spieltermine für diesen Film vorhanden.
Leid und Herrlichkeit
Moviemento-Programmzeitung
Nr 367 - Juli/August 2019
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