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Diamantino

Diamantino

BR 2018, 97 min, R: Gabriel Abrantes, Daniel Schmidt, K: Charles Ackley Anderson, D: Carloto Cotta, Cleo Tavares, Anabela Moreira, Margarida Moreira, Carla Maciel, Chico Chapas 


Ausgerechnet im Finale der Fußballweltmeisterschaft verliert der portugiesische Fußballstar Diamantino nicht nur seinen Vater und damit Beschützer, sondern auch sein magisches Mojo.

Plötzlich muss er sich nicht nur der unerbittlichen Kritik der Medien und seinen hinterlistigen Zwillingsschwestern stellen, sondern auch dem realen Leben. Selbst hat er jedoch nur den Wunsch, die Welt ein Stück besser zu machen. Von seinen rosaroten Wolken mit flauschigen Riesenwelpen gefallen, einer surrealen Welt des Behagens, in die sich der Liebling der Nation beim Fußballspielen flüchten konnte, stolpert er nun naiv von einer Falle in die nächste und muss erkennen, dass die Welt abseits seiner geschützten Zuckerwatterealität von Menschen- und Geldmanipulation, einer Flüchtlingskrise sowie dem Aufstieg der nationalistischen Rechten in Europa geprägt ist.
Auch wenn zu Beginn des Filmes betont wird, dass jegliche Parallelen zu realen Personen von den Machern nicht beabsichtigt sind, ist unschwer zu erkennen, dass die Figur des Diamantino an Cristiano Ronaldo angelehnt ist. Da ist die Herkunft, da sind die Anschuldigungen der Steuerhinterziehung, der Medienrummel und ein Merchandising-Imperium, aber vor allem die überzeugende Nachahmung von Ronaldos Physis, die der portugiesische Darsteller Carloto Cotta brillant verkörpert. Der Schauspieler übernahm 2003 erstmals eine Filmrolle, in einem Kurzfilm des Regisseurs Miguel Gomes, für den er danach wiederholt vor der Kamera stand. Für seine stumme Rolle in Gomes’ prämiertem Film TABU – EINE GESCHICHTE VON LIEBE UND SCHULD wurde Cotta 2013 für einen »Globo de Ouro« nominiert.
Für das Drehbuch verantwortlich zeichnen ebenfalls die beiden jungen Regisseure. Aus der ursprünglichen Idee, einen Film über den Adoptionswahn von Kindern aus der Dritten Welt durch Hollywoodstars wie Angelina Jolie oder Madonna zu machen, ist ein außergewöhnlicher Film geworden, der aufrüttelt, berührt, gleichzeitig unterhält und ein absurd überspitztes, aber erschreckend realistisches Bild unserer Gesellschaft zeichnet.

__ Ein Film, so verrückt wie die Gegenwart. Fußballstar Diamantino soll für Portugal den Austritt aus der EU ermöglichen, doch er trägt zu viel Empathie in sich. Auf dem Fußballfeld sieht er gigantische Hündchen in rosa Wolken. – critic.de

Es sind keine Spieltermine für diesen Film vorhanden.
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Nr 361 - Februar 2019
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