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Candelaria – Ein kubanischer Sommer

Candelaria

CO/DE/NO/AR/CU 2017, 88 min, R: Jhonny Hendrix Hinestroza, K: Soledad Rodríguez, D: Veronica Lynn, Alden Knight, Philipp Hochmair, Manuel Viveros 


Warmherziges Drama, in dem der Fund einer Videokamera im Kuba der 1990er Jahre die erkaltete Beziehung eines alten Ehepaares neu aufleben lässt.

Havanna im Jahre 1994. Der Inselstaat leidet unter einer Verschärfung des Wirtschaftsembargos durch die USA und unter dem Zusammenbruch der Sowjetunion, die Kuba wirtschaftlich unterstützt hat. Die politische Situation spitzt sich zu und Kuba hungert. Das Leben der 75-jährigen Candelaria und des 76-jährigen Víctor Hugo jedoch bleibt davon scheinbar unberührt. Ein Tag ist wie der andere, die Monotonie des entbehrungsreichen Alltags hat beide fest im Griff. Mit dem Alltagstrott ist jedoch Schluss, als Candelaria im Hotel, in dem sie arbeitet, eine in der Schmutzwäsche versteckte Videokamera findet. Noch unsicher, was sie damit anstellen soll, nimmt sie diese mit nach Hause. Diese Kamera, die für beide ein Fremdkörper ist, entwickelt sich allmählich zum Mittelpunkt ihres Lebens, während das Paar lernt, damit umzugehen und sich beim Tanzen, Küssen und Liebemachen filmt. Der Funke wiedergewonnener Liebe hilft ihnen dabei zu vergessen, dass einer von ihnen krank ist. Sie haben sich wiedergefunden und das gemeinsame Leben neu entdeckt. Bis die Kamera eines Tages verschwindet. Verzweifelt angesichts der Vorstellung, das zu verlieren, was den Sinn in ihr Leben zurückgebracht hat, sucht Victor Hugo »El Hormigueo« auf, einen gefährlichen Ort im Zentrum Havannas, an dem alles Gestohlene wiedergefunden werden kann…

REGIESTATEMENT
Zu fast jeder meiner Geschichten habe ich einen persönlichen Bezug. Irgendjemand hat mal gesagt: »Um einen großartigen Film machen zu können, muss man die Geschichte zuerst selbst erlebt haben.« Die 1990er Jahre waren für Kolumbien eine turbulente Zeit, die bestimmt war von politischer Instabilität und Drogenhandel. Das hat mich aber herzlich wenig interessiert, weil ich eine wunderbare Frau namens Maria geliebt habe. Als Maria schwanger wurde und vorschlug, nach Kuba zu ziehen und unser Kind »Candelaria« zu nennen, hat mich das emotional sehr aufgewühlt. Leider ist es nie dazu gekommen. Als ich vor einigen Jahren eingeladen wurde, einen meiner Filme im Rahmen des Havanna Film Festivals zu zeigen, begegnete ich in einer kleinen Nebengasse der Stadt einer alten Dame mit dem Namen Candelaria. Diese alte Dame, die zufälligerweise denselben Namen trug wie meine ungeborene Tochter, erzählte mir ihre erstaunliche Geschichte. Eine sehr persönliche Geschichte, die zudem die schwierigen Zeiten Kubas nach dem Fall der Sowjetunion erzählt. Diese Geschichte wurde geprägt von einer Reihe unvorhersehbarer Zufälle und hat persönliche Bezüge zu meiner eigenen Jugend.

Es sind keine Spieltermine für diesen Film vorhanden.
Candelaria – Ein kubanischer Sommer
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Nr 355 - Juli/August 2018
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