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Murer – Anatomie eines Prozesses

Murer – Anatomie eines Prozesses

AT/LU 2017, 137 min, R: Christian Frosch, K: Frank Amann, D: Alexander E. Fennon, Karl Fischer, Roland Jaeger, Mathias Forberg, Melita Jurisic 


Nach originalen Gerichtsprotokollen verfilmt Christian Frosch den Prozess gegen den ehemaligen SS-Führer Franz Murer, den »Schlächter von Wilna«, gegen den die Wahrheit keine Chance hatte.

Graz 1963. Der angesehene Lokalpolitiker und Großbauer Franz Murer steht wegen schwerer Kriegsverbrechen, begangen in seiner Zeit als Leiter des Ghettos von Vilnius 1941–43, vor Gericht. Die Beweislage ist erdrückend. Aber in den Zentren der Macht will man die dunklen Kapitel der eigenen Geschichte endgültig abschließen.
Die Bewohner des Ghettos von Vilnius gaben ihm den Beinamen »Der Schlächter von Wilna«. Nur 600 von 80.000 Juden überlebten die dortige NS-Herrschaft. Das Gerichtsverfahren, zu dem Überlebende aus der ganzen Welt anreisten, deren Zeugenaussagen kaum Zweifel an Murers Schuld zuließen, zählt zu einem der größten Justizskandale der Zweiten Republik.
In einer Zeit des wiedererstarkenden Nationalismus und der abnehmenden Berührungsängste mit längst überwunden geglaubten Ideologien ist der »Fall Murer« von bedrückender Aktualität. Der Film zeigt, wie wenig Wahrheit und Gerechtigkeit zählen, wenn sich die Interessen der Macht entgegenstellen.

Es sind keine Spieltermine für diesen Film vorhanden.
Murer – Anatomie eines Prozesses
Moviemento-Programmzeitung
Nr 350 - März 2018
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Film der Woche: Ein Dorf zieht blank