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Arthur & Claire

Arthur & Claire

AT/DE/NL 2017, 98 min, OdF, R: Miguel Alexandre, K: Katharina Diessner, D: Josef Hader, Hannah Hoekstra, Rainer Bock, Guy Clemens, Pepijn Schoneveld 


Josef Hader in einer Tragikomödie mit einem Gespür für trockenen Humor, leicht makabren Pointen und menschlicher Wärme.

Ein Mann, eine Frau und eine Nacht, in der es um alles oder nichts geht. In einem Hotel in Amsterdam begegnen sich zwei Menschen, von denen jeder für sich bereits mit dem Leben abgeschlossen hatte. Doch dann vereitelt Arthur, der nur ein letztes stilvolles und vor allem einsames Dinner im Sinn hatte, durch Zufall den Plan der jungen Claire. Aus den beiden Lebensmüden wird eine unerwartete Schicksalsgemeinschaft, die gemeinsam in die Amsterdamer Nacht aufbricht und zwischen Grachten, Coffee-Shops, bestem Whiskey und vorsichtiger neuer Freundschaft beginnt, die Pläne des Anderen gehörig zu durchkreuzen. In klugen, witzigen Dialogen kreisen Arthur und Claire um die Dinge, die das Leben wirklich ausmachen, und beschließen, sich diesem Leben zu stellen und es bis zum letzten Augenblick auszukosten. Frei nach dem gleichnamigen Theaterstück von Stefan Vögel erzählt ARTHUR & CLAIRE, wie sich Tragik in Hoffnung verwandeln kann, wenn man das Glück hat, dem richtigen Menschen zu begegnen, auch wenn es schon fast zu spät dafür ist. Regie führte Miguel Alexandre, der gemeinsam mit Josef Hader das Drehbuch schrieb. Mit schwarzem Humor und einer guten Portion Lakonie beginnt die Tragikomödie und entwickelt sich zu einer abenteuerlichen Begegnung zweier sehr unterschiedlicher Menschen in der Amsterdamer Nacht. Innerhalb weniger Stunden lernen sie nicht nur einander, sondern auch sich selbst völlig neu kennen und finden einen gemeinsamen Weg in eine offene – und sehr lebenswerte – Zukunft, mit großer Intensität gespielt von Multitalent Josef Hader und Newcomerin Hannah Hoekstra.

REGIESTATEMENT
Ein Mensch, der Angst vor dem Tod hat, trifft auf einen Menschen, der sich vor dem Leben fürchtet. Diese Prämisse stand am Anfang, ausgehend vom Theaterstück von Stefan Vögel. Die künstlerische Herausforderung lag darin, das gewichtige Thema des Todes in eine Tonalität zu überführen, die eine feine Gratwanderung zwischen Ironie, schwarzem Humor und wahrhaftiger Emotion beschreitet. Lachen und Weinen liegen direkt nebeneinander, auf eine ganz und gar natürliche Weise – so wie das Leben selbst. Es ist die Art Film, die ich über alles liebe: psychologischer Realismus in Kombination mit einer Situation, in der die Figuren über sich selbst hinauswachsen müssen. Es ist das, was Film – gemeinhin jede Form von Kunst – leisten kann: Uns davon zu erzählen, was es bedeutet, ein Mensch zu sein. Jedoch ohne Pathos, und ganz und gar aus den Figuren heraus, die es galt, in Bewegung zu bringen – hin zu ihrem wahren Kern. So wird auch Amsterdam zu einer ganz eigenen Figur in dieser Geschichte – der romantische Aspekt dieser Stadt wird im Lauf des Films immer mehr dekonstruiert, und wir landen schließlich im schmucklosen, industriellen Teil der Stadt. So wie die beiden Figuren ihre tiefen seelischen Schichten offenbaren, wird auch die Stadt nach und nach von ihrem »Zuckerguss« befreit, bis wir auf ihren Grund kommen. Mit der visuellen Entwicklung vollziehen wir somit die gleiche Reise wie die beiden Hauptfiguren.

__ Feinfühlig inszenierte, intelligente und scharfzüngige Tragikomödie – filmstarts.de

Nächste Spieltermine:

So. 15. Juli 21.15 Uhr OdF open space
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Programmänderungen (auch Saalwechsel) vorbehalten.
Arthur & Claire
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