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Good Time

Good Time

US, 2017, 100 min, R: Ben Safdie, Joshua Safdie, K: Sean Price Williams, D: Robert Pattinson, Jennifer Jason Leigh, Ben Safdie, Taliah Webster, Buddy Duress, Barkhad Abdi 


Atmosphärischer New-York-Thriller mit rasanter Spannung über einen vom Pech und der Polizei verfolgten Bankräuber.

Bei einem missglückten Banküberfall wird Constantines jüngerer Bruder von der Polizei gefasst und ins Gefängnis gebracht. In einer Nacht voller Adrenalin beginnt für Constantine eine Odyssee durch New Yorks Unterwelt und ein spannungsgeladenes Spiel auf Zeit, bei dem Versuch, seinen Bruder gegen die Zahlung einer Kaution aus dem Gefängnis zu holen.
In Sachen Coolness spielen die Safdie-Brüder mittlerweile in der Coen-Liga. Mit ihren ersten beiden Filmen haben sie sich in Cannes warmgelaufen. Nach einem Gastspiel in Venedig präsentierte das Duo seinen vierten Streich im Palmen-Rennen. TWILIGHT-Star Robert Pattinson gibt in diesem düsteren Gangster-Krimi einen Bankräuber, der chronisch vom Pech (und der Polizei!) verfolgt wird. Mit Charme und Cleverness zieht der Ganove in letzter Minute immer wieder den Kopf aus der Schlinge. Diese elegante Verbeugung vor dem guten alten Genre-Kino bietet rasante Spannung ohne Hänger, eine visuelle Wundertüte mit Wow-Effekten sowie einen vibrierenden Score.
An die raffinierten und doch so realistischen Krimis von Elmore Leonard muss man denken, an das schmutzige Siebzigerjahrekino von TAXI DRIVER, HUNDSTAGE und DIE WARRIORS, an die alptraumhaften nächtlichen Großstadtbilder eines Michael Mann oder John Carpenter. Und an Kafka und Steinbeck. Ernsthaft. Und doch ist GOOD TIME eine ganz eigene Bestie mit ihren nervösen, ihren Schauspielern auf die Pelle rückenden Handkamerabildern, ihrem sphärenhaften Score von Oneohtrix Point Never und einer ungewöhnlich intensiven Farbgebung, die den Film wie den Besuch in einem bizarren Funhouse wirken lassen. Und mittendrin Pattinson als Stehaufmännchen, immer in Bewegung, immer auf der Flucht, immer beseelt von dem Bedürfnis, auf seinen geistig minderbemittelten Bruder Nick – gespielt von Safdie-Bruder Benny, der obendrein noch für den Schnitt verantwortlich zeichnet – aufzupassen und ihm potenziell ein besseres Leben zu bescheren. Figuren platzen unvermittelt in den Film und sind kurz darauf wieder weg, auf Expositionen und umständliche Erklärungen wird verzichtet, GOOD TIME ist immer im Hier und Jetzt, und man ist hautnah dabei, wenn Conny mit Nick im Schlepptau eine Bank überfällt – mit dem erbeuteten Geld will er eine Vergangenheit hinter sich lassen, die nur angedeutet wird, aber auf keinen Fall schön gewesen sein kann. Als aber im Fluchtauto in dem Beutel mit der Beute eine Kapsel mit rotem Farbstaub explodiert und Nick bei der sich anschließenden Hatz von der Polizei gefasst wird, ist das der Startschuss für eine regelrechte Kettenreaktion immer noch vertrackterer Situationen, weil Conny seinen Bruder mit allen Mitteln befreien will.

__ Robert Pattinson mit der bislang besten Performance seiner Karriere. – Variety

__ Grandios. – Der Spiegel

__ Pures Kinovergnügen! – The NY Times

Es sind keine Spieltermine für diesen Film vorhanden.
Good Time
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Nr 346 - November 2017
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