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Relativ eigenständig

Relativ eigenständig

AT, 2017, 66 min, R: Christin Veith 


Zwei Schulen, zwei Welten, ein besonderes Dokumentarexperiment.

In der Grazer Fröbelgasse stehen sich eine Mittelschule und eine private Modellschule unmittelbar gegenüber. Drei Jahre lang wurden zwei Kameras unter den Jugendlichen beider Schulen weitergegeben. RELATIV EIGENSTÄNDIG ist das äußerst amüsante Produkt dieser Alltagsdokumentation der Heranwachsenden. Von der spielerischen Begleiterin entwickelt sich die Kamera über die Jahre zum Kummerkasten oder zur Privatbühne für Selbstdarsteller_innen.
Auf der einen Seite heißen die Schüler_innen Ado und Burak, und die Eltern arbeiten als LKW-Fahrer oder Putzkraft – auf der anderen Seite wird bildnerische Erziehung im Hauptfach unterrichtet, und die Eltern sind Kunsttherapeut_innen oder Grafiker_innen. Hier hängen im Eingangsbereich des Schulhauses Willkommensgrüße auf Aramäisch und Bosnisch – dort fantasievoll gestaltete Selbstporträts der Schüler/innen. Zwei unterschiedliche Welten also? Zumindest eine Sache haben beide Lehranstalten gemeinsam: die Freuden, Nöte und Albernheiten ihrer heranwachsenden Besucher_innen. Umso interessanter das Experiment, das Filmemacherin Christin Veith im Rahmen eines gemeinsamen Austauschprojekts gestartet und gemeinsam mit Andi Winter konzeptuell umgesetzt hat. Drei Jahre lang wurden unter den Jugendlichen der Fröbelschule und der Modellschule Kameras weitergegeben. Die 13- und 14-Jährigen sollten sich gegenseitig filmen, einander befragen, Schulhaus, Alltag und Freizeit dokumentieren. RELATIV EIGENSTÄNDIG ist das Ergebnis dieses äußert amüsanten Austauschs, bei dem die Kamera zur Zeugin, Archivarin und Vermittlerin zwischen den beiden Welten wird.

Es sind keine Spieltermine für diesen Film vorhanden.
Relativ eigenständig
Moviemento-Programmzeitung
Nr 345 - Oktober 2017
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