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Mind the Gap

Mind the Gap

AT 2019, 87 min, OmdtU, R: Robert Schabus, K: Lukas Gnaiger 


BAUER UNSER-Regisseur Robert Schabus geht der Frage nach, warum eine wachsende Anzahl von Menschen die Hoffnung auf eine bessere Zukunft und das Vertrauen in die Politik verloren hat und weshalb das an die Substanz der Demokratie geht.

Quer durch Europa führt uns die filmische Reise und zeigt uns die Schattenseiten eines freien Verkehrs an Waren und Dienstleistungen, der sich einseitig an den Bedürfnissen der großen Konzerne orientiert und die Menschen auf der Verliererseite hilflos zurücklässt: Industriebetriebe, die abwandern, Landstriche, die veröden, Arbeitsmigranten, die zu Hause fehlen und in der Ferne die Löhne drücken, Working Poor, denen ein Alter in Armut bevorsteht, und Menschen, denen ihr jahrzehntelang vertrautes Lebensumfeld zunehmend fremd wird. Eine Kluft durchzieht unsere Gesellschaft, und wer sich an den Rand gedrängt fühlt, ist empfänglich für rechtspopulistische Parolen, EU-Feindlichkeit und nationalstaatlichen Egoismus. Wie wenig sich die Staatsbürgerinnen und -bürger inzwischen im politischen Alltag wiederfinden, erläutern auf einer analytischen Ebene Wissenschaftler und (Ex-)Politiker. Doch im Mittelpunkt stehen jene Menschen, die mit ihrer Ohnmacht und ihrer Wut alleingelassen sind. Ihnen hört der Film zu, ohne ihnen zu widersprechen und ohne uns zu belehren; allein dadurch ist er ein – manchmal provokanter – Denkanstoß. Damit ist MIND THE GAP nicht nur ein Warnruf in Sachen Demokratie, sondern auch eine Übung in Demokratieverständnis und Toleranz.

Regiestatement
Ein Anliegen des Films war, mit möglichst vielen Menschen zu reden. Viele, die mir ihre Zeit geschenkt haben, sind letztlich nicht im Film. Es ging zum einen um die Analyse des kulturellen-sozialen Aspekts, also um das Misstrauen in die politische Repräsentation, um die mangelnde Wahrnehmung der Menschen und zum anderen um den Neoliberalismus und die letzten drei, vier Jahrzehnte, die quasi eine Aushöhlung des Gemeinschaftsgedankens in den Gesellschaften und die Individualisierung von Arbeitsbewegungen mit sich gebracht haben.

Nächste Spieltermine:

Di. 28. Jänner 18.45 Uhr OmU Movie 1
Mi. 29. Jänner 18.45 Uhr OmU Movie 1
Do. 30. Jänner 18.45 Uhr OmU Movie 1
Zum Reservieren klicken Sie bitte auf den gewünschten Termin. Bitte beachten Sie, dass u. U. nicht für jede Vorstellung reserviert werden kann.
Programmänderungen (auch Saalwechsel) vorbehalten.
Mind the Gap
Moviemento-Programmzeitung
Nr 372 - Jänner 2020
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