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A Star is Born

A Star is Born

US 2018, 135 min, Engl./OmdtU, R: Bradley Cooper, K: Matthew Libatique, D: Bradley Cooper, Sam Elliott, Bonnie Somerville, Lady Gaga, Dave Chappelle, Anthony Ramos 


Romantisches Musical über einen alternden Rockstar, der sich in ein junges Talent verliebt und ihr zu einer Karriere verhilft.

Jackson Maine ist auf dem Höhepunkt seiner Karriere als Rockstar, aber das viele Touren hat ihn mürbe gemacht. Alkohol und Drogen bestimmen seinen Alltag. Die nächtliche Suche einer Kneipe nach einem Auftritt führt ihn in eine Drag-Bar, wo er Ally kennenlernt, eine sensationell talentierte Sängerin ohne Aussicht auf Karriere. Jackson verliebt sich in sie und nimmt sie unter seine Fittiche. Doch je mehr es bergauf geht mit ihrer Karriere, desto mehr wird er von seinen Dämonen eingeholt. Mit dem vierten Remake des klassischen Hollywood-Stoffs gibt HANGOVER-Star Bradley Cooper ein sensationelles Regiedebüt. Alles stimmt bei dieser großen, zum Scheitern verurteilten Liebesgeschichte, die auf faszinierende Weise einen Blick freigibt hinter die Kulissen und auf die Bühnen des Showgeschäfts. Lady Gaga in ihrer ersten großen Filmrolle ist eine Wucht, ob es sich um die live mit Cooper vorgetragenen Songs handelt oder ihr wunderbares Spiel als Mädchen, das zu Größerem bestimmt ist.

Es ist der quintessenzielle Hollywood-Klassiker, der alles auf sich vereint, was das amerikanische Kino stets ausgezeichnet hat: Aufstieg, Fall, Leidenschaft, Obsession. Nicht von ungefähr merkt die von Cooper gespielte männliche Hauptfigur, der etwas in die Jahre gekommene, aber immer noch erfolgreiche Country-Rockstar Jackson Maine, an, einem Musiker stünden nur zwölf Noten zur Verfügung, um sie zum Schwingen zu bringen, müsse er sie mit seiner Persönlichkeit anfüllen. Er könnte auch über A STAR IS BORN reden. Alternder Star lernt junges Talent kennen und verliebt sich in sie, während sie mit seiner Hilfe Karriere macht, bricht sein Leben zusammen. Auf das Wie kommt es also an. Und da macht Cooper alles richtig. Die Musik stimmt, hymnische Rocksongs, die man sofort mitsingen kann. Die Auftritte sind echt: Gleich zu Beginn ist man hautnah mit dabei, wie Jackson auf dem Weg noch ein paar Pillen zugesteckt werden, wie er seine Gitarre umhängt, sich in seiner Musik verliert, die er nicht mehr so richtig fühlt. Und der Film hat Lady Gaga, in ihrer ersten ernstzunehmenden Rolle. Es ist eine Offenbarung, die Königin der Verkleidungen, der pausenlosen Neuerfindung, nackt zu sehen, ungeschminkt und unverkleidet, kein Versteckspiel mehr, einfach ein Mädchen mit unendlich viel Talent und mörderischer Stimme und keiner Möglichkeit, es zur Entfaltung zu bringen. Jackson lernt Ally kennen, als er nachts bei der Suche nach einem Drink in einem finsteren Eck der Stadt in einer Transvestitenbar landet, wo sie auftritt und ein "La Vie en Rose" hinlegt, bei dem nicht nur er, sondern der ganze Kinosaal sich in sie verliebt. Ihre folgenden 24 gemeinsamen Stunden sind der Höhepunkt des Films, so intim, wie ein Studiofilm nur sein kann, so erfüllt von Leben, wie man es vom Hollywood der Siebzigerjahre kannte. Sie reichen aus, um den Zuschauer genau wissen zu lassen, was folgen wird: der Alkoholiker, der abstürzen wird. Die Raupe, die zum Schmetterling wird, aber erst dann, als sie sich nach ersten gemeinsamen Erfolgen auf der Bühne von dem Mann, den sie liebt und heiratet, emanzipiert und damit seinen Untergang einleitet. Eine Liebe, die Flügel verleiht, bis es eben nicht mehr möglich ist. Aber Cooper lässt die Szenen ganz anders spielen, als man es erwarten würde, er gibt ihnen Raum zu atmen. Er stellt ihnen wunderbare Nebenfiguren zur Seite, Sam Elliott als viel älterer Bruder Jacksons, Andrew Dice Clay als Vater mit riesigem Herz und ebenso viel Stolz. Er holt verschiedene Darsteller aus den Anfängen seiner Karriere, aus der Serie "Alias", mit an Bord. Er lässt Lady Gaga einmal selbstvergessen, ganz am Anfang in einer kleinen Gasse, während "A Star Is Born" eingeblendet wird, "Somewhere Over the Rainbow" trällern. Oder anders gesagt: Er bringt die zwölf Noten zum Klingen, dass man nicht genug davon bekommen kann. Alles richtig gemacht. (Blickpunkt: Film)

__Ein Remake, das den Ton und Geist seiner Vorgänger trifft, und doch seinen eigenen herzlichen, authentischen Weg geht. – EmpireOnline

__ Bradley Cooper und Lady Gaga sind zusammen überwältigend in Coopers hinreißendem Rock 'n' Roll-Remake. – Variety

Nächste Spieltermine:

So. 16. Dezember 15.30 Uhr OmU Movie 2
So. 30. Dezember 13.30 Uhr OmU Movie 2
Zum Reservieren klicken Sie bitte auf den gewünschten Termin. Bitte beachten Sie, dass u. U. nicht für jede Vorstellung reserviert werden kann.
Programmänderungen (auch Saalwechsel) vorbehalten.
A Star is Born
Moviemento-Programmzeitung
Nr 357 - Oktober 2018
Klassik im Kino 18/19Rearview
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Film der Woche: Astrid