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Maria by Callas

Maria by Callas

FR 2017, 113 min, R: Tom Volf, D: Maria Callas, Luchino Visconti, Jean Cocteau, Pier Paolo Pasolini, Elizabeth Taylor 


In dieser Dokumentation über die legendäre Opernsängerin Maria Callas erzählt die Hauptfigur ihr Leben in bislang unveröffentlichten Interviews selbst.

»Da sind zwei Menschen in mir, Maria und die Callas …« Eine Künstlerin auf der Suche nach Vollkommenheit, eine globale Ikone – und zugleich eine Frau, die liebt und der ein unvergleichliches Schicksal beschieden ist: MARIA BY CALLAS erzählt dieses außergewöhnliche Leben aus der Perspektive der Ausnahme-Sopranistin des 20. Jahrhunderts. »Die Callas« selbst zieht den Schleier von Maria, und zum Vorschein kommt eine Frau, die ebenso leidenschaftlich wie verwundbar ist. Dabei entstehen Momente intimster Annäherung an eine Legende, und ein Kosmos von Gefühlen erschließt sich hinter dieser Stimme, die in der Welt einzigartig war.
Wie Millionen vor ihm hat Tom Volf schnell Feuer gefangen, als er mit dem Phänomen Maria Callas in Berührung kam. Als der 28-Jährige die ihm bisher Unbekannte zufällig bei Recherchen nach einem Opernbesuch entdeckte, wollte er sofort mehr hören, mehr wissen über die faszinierende Frau mit den vielen Superlativen. Fünf Jahre später ist der Fotograf, Schauspieler und Filmemacher ein ausgewiesener Callas-Experte. In persönlichen Gesprächen mit jenen, denen »die Tigerin« vertraute, und mit dem Zugang zu Archiven voll bisher unveröffentlichtem Material, gelingt es Volf, der »echten« Maria ganz nah zu kommen und den nicht endenden Spekulationen über die scheinbar schwierige und skandalträchtige Diva ihre eigenen Worte entgegenzustellen. In einer raffinierten Collage arrangiert Volf die unterschiedlichsten Bild-, Film- und Tondokumente, wie private Fotos, liebevoll nachkolorierte Super-8-Filme und Videos sowie Aufzeichnungen von Auftritten und Begegnungen mit Journalisten. Die persönlichen Briefe werden gesprochen von Fanny Ardant. Darüber hinaus ist MARIA BY CALLAS auch Zeitzeugnis einer großen Ära, zeigt der Film doch Aufnahmen berühmter Weggefährten, wie u.a. Gracia Patricia von Monaco, Luchino Visconti, Jean Cocteau, Pier Paolo Pasolini und Elizabeth Taylor.

AUS EINEM INTERVIEW MIT DEM REGISSEUR:
Der Film vermittelt den Eindruck eines Mosaiks ohne Verbindungsstücke, bei dem sehr unterschiedliche Dokumente, die aus sehr unterschiedlichen Quellen stammen, sich auf der Leinwand zu einem harmonischen Ganzen zusammenfügen und dabei eine sehr besondere Struktur ergeben.
Wir mussten einen Haufen technischer Herausforderungen meistern. Im Film kommen Bilder vor, die zum ersten Mal in hoher Auflösung und in Originalfarben zu sehen sind. Diese Farben haben wir möglichst wirklichkeitsgetreu nachkoloriert. Dafür haben wir uns an Originalkostümen und Original-Make-up orientiert. Es kommen auch Super-8-Filme aus verschiedenen privaten Sammlungen zum Einsatz. Ich wollte bekanntes und unbekanntes Archivmaterial neu zusammensetzen, die Bilder modern und unmittelbar wirken lassen, Nähe erzeugen. Über die Digitalisierung hinaus war die gesamte Arbeit am Filmmaterial Arbeit fürs Kino, es sollte ein Kinofilm werden und die Callas eine Schauspielerin. Das war im Übrigen mein geheimer Ehrgeiz: dass dieser Film dem Zuschauer das Gefühl gibt, er sehe – nach »Medea« von Pasolini – den zweiten Kinofilm von Maria Callas.

Am Ende Ihrer fünf Jahre dauernden Odyssee – wie beurteilen Sie den aktuellen Zustand des Mythos Callas? Ist sie immer noch so populär, und wenn ja, warum?
Von den Leuten, die am Film mitgearbeitet haben, haben viele junge Menschen Maria Callas gar nicht gekannt, und sie sind ihr fast augenblicklich verfallen. Es ist großartig, wenn man Menschen beobachtet, die sie nicht kennen – diese außergewöhnliche Magie, die sie ausstrahlt … Das ist wirklich einzigartig, sehr schwierig zu beschreiben, und es betrifft fast jeden! Vielleicht liegt es daran, dass es nichts Ähnliches und Vergleichbares gibt, nichts, was dem Phänomen Callas nahekäme. Während all der Jahre habe ich beobachtet, dass Maria Callas als etwas sehr Besonderes wahrgenommen wird – selbst bei der ganz jungen Generation, die ja mit einer Daumenbewegung auf dem Smartphone Zugang zu allem hat. Es gibt ein teilweise sehr junges Publikum, das die Callas für sich entdeckt und sie rückhaltlos bewundert. Das sind Menschen unterschiedlichster Kulturen und Länder. Ich habe beispielsweise einen jungen australischen Fan kennengelernt, einen genialen und verrückten Typen, der in erstklassiger High-Fidelity-Qualität alle unautorisierten Mitschnitte von Maria Callas digitalisiert! Die Callas ist auf unmittelbare und absolute Art Kult. Sie ist wirklich populär und im Übrigen bis heute die Opernsängerin mit den meisten Plattenverkäufen. Sie traf auf eine veraltete und verstaubte Opernwelt, als sie debütierte. Und sie trug dazu bei, dass Oper wieder ein Publikum fand und modern wurde, weil sie als Diva das Genre neu geschaffen hat.

__Tom Volf macht aus seiner Verehrung für »La Divina« keinen Hehl. Sein akribisch recherchierter Film ist beinahe so elegant wie Maria Callas selbst. Dabei spielt auch die Musik eine wichtige Rolle. [...] Schon allein diese Töne und Bilder von den Bühnen der Welt machen den Film zum Muss für alle Opern- und Klassikfans. – Programmkino.de

Es sind keine Spieltermine für diesen Film vorhanden.
Maria by Callas
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Nr 353 - Juni 2018
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