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Das Mädchen aus dem Norden

Sameblod

SE/NO/DK 2016, 110 min, R: Amanda Kernell, K: Sophia Olsson, Petrus Sjövik, D: Lene Cecilia Sparrok, Mia Erika Sparrok, Maj-Doris Rimpi, Julius Fleischanderl, Hanna Alström, Olle Sarr 


Drama, in dem ein wenig bekanntes Kapitel der schwedischen Geschichte beleuchtet wird: die Rassen-Ideologie der 1930er.

Im Schweden der 1930er-Jahre besucht die angehende Rentierzüchterin Elle Marja mit ihrer Schwester die Internatsschule in Lappland. Sie gehört dem Volk der Samen an, deren Alltag von Vorurteilen und Ausgrenzung geprägt ist. Elle Marja bemüht sich um die Anerkennung ihrer Lehrerin in der Hoffnung, so ihrem Traum von einem freien Leben näher zu kommen. Als an der Schule erniedrigende rassenbiologische Untersuchungen durchgeführt werden, entscheidet sie sich für einen radikalen Schritt: Das intelligente, willensstarke und rebellische Mädchen bricht mit ihrer Familie und macht sich auf den Weg nach Uppsala, um ein neues, unabhängiges Leben zu führen.

AUS EINEM INTERVIEW MIT
DER REGISSEURIN:
Erinnern Sie sich noch, wann Sie sich zum ersten Mal Ihrer samischen Herkunft bewusst wurden?
Ich habe einen samischen Vater und eine schwedische Mutter, und mein Vater ist in der samischen Gemeinde sehr aktiv. Er stammt aus einer Familie von Rentierhütern. Wir üben diesen Beruf nicht aus, aber alle meine Cousins und alle anderen Verwandten tun es. Ich wuchs also mit beiden Seiten auf, man könnte sagen, im Zentrum des Konflikts. Als Heranwachsende begleitete ich meinen Rentier hütenden Cousin zum Rentierschlachten, zugleich studierte ich in der Schule Sprachen. Mein Vater findet es sehr wichtig, darüber zu berichten. Vermutlich war das einer der Gründe, warum ich diesen Film machen wollte. Viele Samen wachsen auf, ohne zu wissen, woher ihre Verwandten oder ihre Eltern stammen, doch auf mich trifft das nicht zu. Dieser Film ist eine Liebeserklärung an die Älteren meiner Familie und ihre Generation. Einige von ihnen wollen mit den Samen nichts zu tun haben, lehnen sie völlig ab und reden ziemlich schlecht über sie, obwohl sie doch selbst Samen sind. Für viele von ihnen war Samisch die erste und einzige Sprache in ihrer Kindheit, bis sie dann zur Schule gingen, wo sie nur Schwedisch sprechen konnten. Sie wuchsen unter Rentierhütern auf. Doch nun tragen sie einen anderen Namen, bezeichnen sich selbst als Schweden, verschweigen ihre Vergangenheit und pflegen mit dem anderen Teil der Familie keinen Kontakt mehr.

__ Kraftvoll! – New York Times

__ Ein zärtlicher und lyrischer Film! – Variety

Es sind keine Spieltermine für diesen Film vorhanden.
Das Mädchen aus dem Norden
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