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La Mélodie – Der Klang von Paris

La Mélodie

FR 2017, 102 min, R: Rachid Hami, K: Jérôme Alméras, D: Kad Merad, Samir Guesmi, Renély Alfred, Jean-Luc Vincent, Tatiana Rojo, Slimane Dazi 


Drama um einen ausgebrannten Violinisten, der als Lehrer an einer Pariser Musikschule wieder Freude an der Musik und am Leben gewinnt.

Der französische Regisseur Rachid Hami erzählt in seinem Langspielfilmdebüt die Geschichte des Violinisten Simon Daoud, der beinahe an der Herausforderung zerbricht, einer Schulklasse in einem Pariser Banlieue das Geigenspiel nahezubringen. In diesem rauen Umfeld trifft Simon auf unerwartete Talente wie den jungen Arnold, und es gelingt ihm, seine Schüler durch Disziplin, Fleiß und Leidenschaft zu Höchstleistungen zu animieren und ihnen den Zauber der Musik beizubringen.
Wie ein modernes Großstadtmärchen mutet der Film LA MÉLODIE des französischen Nachwuchsregisseurs an, wenn er in subtilen, kraftvollen Bildern von der Musik als einer Grenzen überwindenden Kraft erzählt.
Mit LA MÉLODIE begibt sich Hami auf eine Reise von den ersten musikalischen Schritten einer mäßig begabten Orchesterklasse bis hin zu deren fulminantem Auftritt in der Pariser Philharmonie. Und zeigt damit, wie eine Gruppe junger Schüler durch den Zuspruch und die Motivationsfähigkeit eines Erwachsenen über sich selbst hinauswächst.
Frankreichs Komödien-Star Kad Merad (WILLKOMMEN BEI DEN SCH'TIS) überzeugt in LA MÉLODIE in einer für ihn außergewöhnlich zurückhaltenden Rolle als sensibler Geiger und Musiklehrer Simon, der erkennt, dass Vertrauen, Zusammenhalt und Freude an der Musik wichtiger sind als künstlerische Perfektion.

AUS EINEM INTERVIEW
MIT DEM REGISSEUR
Woher kommen Sie ursprünglich?
Aus Algerien, wo ich 1985 geboren wurde. Im Alter von acht Jahren bin ich zusammen mit meiner Mutter und meinen Brüdern vor dem Bürgerkrieg geflohen und in einen Pariser Vorort gezogen. Meine Mutter hat studiert und uns immer vermittelt, wie wichtig Bildung und Kultur im Leben eines Menschen sind. Musik, Kino, Schreiben – das alles hat uns geholfen, dem eintönigen Leben in unserem Viertel zu entfliehen. Mein Bruder hat später Politikwissenschaften studiert und ich bin in die Welt des Kinos abgetaucht. Als ich Abdellatif Kechiche das erste Mal begegnete, hatte ich bereits den Wunsch, bei einem Film Regie zu führen. Aber er sagte mir, dass man zunächst die Rolle des Schauspielers begreifen lernen müsse. Ich habe also eine Rolle in Kechiches Film L'ESQUIVE angenommen, und in meinen Drehpausen durfte ich ihn bei seiner Arbeit beobachten. Mit meiner Gage für diesen Film habe ich mir einen Computer und eine kleine Kamera gekauft und mich an meinem ersten Regie-Projekt versucht, POINT D'EFFET SANS CAUSE. Die Helden des Films sind die Menschen aus meinem Viertel. Als ich dann Arnaud Desplechin kennenlernte, hat er sich sofort für meine Arbeit als Regisseur interessiert. Er kam zu mir in mein Viertel im 93. Arrondissement, um mir bei der Fertigstellung meines Films zu helfen. Von ihm habe ich sehr viel gelernt – ebenso wie von Abdellatif Kechiche, einem Cineasten mit Leib und Seele.

Was war der Anstoß für LA MÉLODIE?
Mein Co-Autor Guy Laurent hat mich eines Nachts angerufen und mir von einer Reportage über Kinder erzählt, die in ihrem Stadtviertel klassische Musik machten. Er sah bei diesem Thema gleich eine Verbindung zwischen den jungen Heranwachsenden und meinem persönlichen Werdegang. Als nächsten Schritt bin ich mit den Verantwortlichen von »Démos« – ein soziales, musikalisch-orchestrales Schulprogramm, das von der Pariser Philharmonie initiiert wurde – in Kontakt getreten. Sie waren wirklich sehr kooperativ, und ich konnte die Arbeit der Orchesterklassen aus nächster Nähe beobachten. Im Pariser Stadtviertel Belleville habe ich schließlich einen Geige spielenden Jungen kennengelernt, der mich zur Figur des Arnold inspirierte. In LA MÉLODIE geht es vor allem darum, dass man im Leben wie in der Kunst Dingen wie Armut, Gewalt und Zynismus Bilder und Worte entgegensetzen muss.

__ Als modernes Großstadtmärchen überrascht Hamis Spielfilmdebüt jedoch nicht zuletzt mit talentierten jungen Darstellern, die selbst ihre emotionalen Szenen mit Bravour meistern. – Programmkino.de

Es sind keine Spieltermine für diesen Film vorhanden.
La Mélodie – Der Klang von Paris
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