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Chavela

Chavela

US/MX/ES, 2017, 90 min, OmdtU, R: Catherine Gund, Daresha Kyi, K: Natalia Cuevas, Catherine Gund, Paula Gutiérrez Orio, D: Chavela Vargas, Pedro Almodóvar, Elena Benarroch, Miguel Bosé, Alicia Pérez Duarte, Liliana Felipe 


Ein Porträt der mexikanischen Sängerin und Almodóvar-Muse Chavela Vargas, die es wagte, auf einzigartige Weise ihr Leben zu leben.

Schlich Chavela wirklich spätnachts in die Schlafzimmer von Frauen wie Ava Gardner, um sie ihren Ehemännern abspenstig zu machen? Lud sie manchmal ihre Waffe, nur um aus Spaß rumzuballern? Feierte sie ausufernde Trinkgelage mit ihren Freunden, die freitags begannen und bis zum darauffolgenden Mittwoch dauerten? Lebte sie ein Jahr lang mit Frida Kahlo zusammen, und hatte sie eine leidenschaftliche Romanze mit ihr? Chavelas lustvolle, schmerzliche, musikalische und zutiefst spirituelle Reise zu sich selbst ist der Dreh- und Angelpunkt dieser Dokumentation. Ein umwerfendes Porträt einer Frau, die es wagte, auf einzigartige Weise singend, tanzend, sich kleidend und redend ihr Leben zu leben.
Mit seinem lyrischen Aufbau nimmt CHAVELA die Zuschauer mit auf eine bewegende, nachdenklich stimmende Reise durch das Leben der wegweisenden Pionierin Chavela Vargas. Aufnahmen von Catherine Grund aus dem Jahr 1991 zeigen Chavela, die in entspanntem Plauderton mit einer Gruppe junger lesbischer Bewunderinnen spricht, und bieten einen seltenen, intimen Blick auf diese ikonische Sängerin auf dem Höhepunkt ihrer Reise. Sie gab dieses Interview nach jenen zwölf Jahren, die sie an Alkoholabhängigkeit und an eine schmerzliche Trennung verloren hatte, und bevor sie nach Spanien ging, wo sie wie Phönix aus der Asche wieder aufstieg. Stark, lustig und quicklebendig hatte sie ihre besten Jahre nach ihrem 71. Geburtstag. Dieses einzigartige Interview zieht sich als roter Faden durch CHAVELA, der ihr faszinierendes Leben von ihrer Geburt in Costa Rica bis zur Gegenwart in Form leidenschaftlicher Liebeslieder und tiefer Beziehungen erzählt, die die Menschen tief berührt.

__ Das Wort Einsamkeit hat wohl niemand so markerschütternd, aber auch hingebungsvoll besungen wie Chavela Vargas. ‚Soledad‘, mal nüchtern und knapp, mal expressiv und gedehnt intoniert, klingt wie ein Liebeslied. Vargas, bekannt dafür, den Filmen Pedro Almodóvars (mit ihrem Mix aus Melodram und queerer Sexualität) eine Stimme gegeben zu haben, sang über unerfüllte Liebe und Verlust. Dabei eignete sie sich auf radikale Weise ein traditionell männliches Genre der mexikanischen Musik an: das Ranchera. Mit ihrem tiefen, rauen Timbre und einer einfachen Gitarre befreite sie es vom süßlichen Mariachi-Kitsch. Und sie führte sexuelle Ambivalenzen ein – auch weil sie nicht daran dachte, die Personalpronomen auszutauschen. Also sang sie als Frau über Herzensbrecherinnen, hinzu kam ihr Auftreten in Männerkleidern, Zigarre rauchend und Tequila trinkend. Im katholischen Mexiko sorgte sie damit für gender trouble. – Der Tagesspiegel

Nächste Spieltermine:

Di. 21. November 16:15 Uhr OmU Movie 3
Do. 23. November 16:15 Uhr OmU Movie 3
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Programmänderungen (auch Saalwechsel) vorbehalten.
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