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Simpel

Simpel

DE, 2017, 114 min, R: Markus Goller, K: Ueli Steiger, D: David Kross, Frederick Lau, Emilia Schüle, Devid Striesow, Axel Stein, Anneke Kim Sarnau 


Tragikomisches Porträt eines ungleichen Brüderpaars nach der Buchvorlage von Marie-Aude Murail.

Seit Ben denken kann, sind er und sein Bruder Barnabas ein Herz und eine Seele. Barnabas, »Simpel« genannt, ist 22 Jahre alt, aber geistig auf dem Stand eines Kindes. Quasilorten (Erdbeeren) sind sein Lieblingsessen, und draußen im Watt entdeckt er mit seinem Stofftier Monsieur Hasehase neue Kontinente. Simpel ist anders und oft anstrengend, aber ein Leben ohne ihn ist für Ben unvorstellbar. Als ihre Mutter unerwartet stirbt, soll Simpel in ein Heim eingewiesen werden.
Die einzige Person, die diesen Beschluss rückgängig machen könnte, ist ihr Vater David, zu dem die Brüder seit 15 Jahren keinen Kontakt mehr hatten. Die Suche nach ihm entwickelt sich zu einer turbulenten Odyssee, bei der Simpel und Ben auf die Medizinstudentin Aria und ihren Kumpel, den Sanitäter Enzo, treffen. Keiner der vier ahnt, dass sich hier eine große Freundschaft entwickelt – und vielleicht ein bisschen mehr. Gemeinsam fahren sie in die große Hansestadt, wo Simpel die Bekanntschaft mit Chantal vom Kiez macht und bei einem Koch-Versuch Arias Küche in Flammen setzt, während Ben Vater David aufsucht und eine Entscheidung treffen muss, die ihm keiner abnehmen kann. Eine herzergreifende Reise zweier sehr unterschiedlicher Menschen, deren Kraft es ist, füreinander da zu sein. Was auch immer passiert.

AUS EINEM INTERVIEW
MIT DEM REGISSEUR
Haben Sie im Vorfeld des Films über geistige Behinderung recherchiert?
Wir waren unter anderem in einem Heim für geistig und körperlich Behinderte und Autisten, das war eine richtig heftige und tolle Erfahrung. Die uns aber auch noch einmal gezeigt hat, dass es so viele Facetten von Behinderung gibt; dass in diesem Spektrum alle unterschiedlich sind. Ich habe auch persönlich Erfahrung damit: Auf väterlicher Seite sind alle Sozialpädagogen – mein Opa hat ein Schwerstbehinderten-Dorf in der Nähe von Schongau geleitet, und auch mütterlicherseits besteht da eine Verbindung. Ich habe als Kind sehr viel davon mitgekriegt; nicht, dass ich wirklich daraus schöpfen kann, aber so ein Grundgefühl habe ich schon. Vielleicht hat mich das unterbewusst an den Stoff gebracht.

Buch und Film haben aber durchaus gemeinsam, dass Simpels Behinderung einfach eine Tatsache ist, von der aus sich alles Weitere entwickelt...
Genau. Es geht überhaupt nicht darum, die Behinderung zu »glorifizieren«. Simpel ist eben genau so, wie er ist, und er reagiert eben auf das, was so passiert. Und wenn das nicht gut ist, dann reagiert er negativ, in ganz verschiedenen Stufen, je nachdem, wie stark die Energie ist, auf die er trifft, und was es für ihn bedeutet. Wir wollen nicht, dass man über ihn lacht, sondern dass der Humor aus der Situation heraus kommt.

__ SIMPEL ist das wahrhaftige Porträt einer innigen Bruderliebe, das zu Tränen rührt und trotzdem auch immer wieder zum Brüllen komisch ist. David Kross und Frederick Lau machen aus der Feelgood-Tragikomödie auch darstellerisch ein Fest. – Filmstarts.de

Es sind keine Spieltermine für diesen Film vorhanden.
Simpel
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Nr 346 - November 2017
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