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God’s Own Country

God’s Own Country

GB, 2017, 104 min, Engl./OmdtU, R: Francis Lee, K: Joshua James Richards, D: Josh O'Connor, Alec Secareanu, Gemma Jones, Ian Hart, Liam Thomas, Sarah White 


Liebesdrama um einen jungen Bauern einer abgelegenen Schafsfarm im Norden Englands.

Sich zu verlieben fällt manchmal schwer: Johnny Saxby trinkt sich das Leben auf der Farm seiner Familie in der nordenglischen Grafschaft Yorkshire (»God’s Own Country«) schön. Doch sowohl der Alkohol als auch der zwanglose Sex mit fremden Männern, den er ab und zu hat, können seinen Frust nur betäuben, aber nicht ganz verschwinden lassen. Sein Vater erlitt einen Schlaganfall, und nun muss sich Johnny allein um die Bewirtschaftung der Farm kümmern. Deshalb stellt er den rumänischen Gastarbeiter Gheorghe ein, um mit ihm auf der Farm zu arbeiten. Daraus entwickelt sich eine intensive Beziehung zwischen den beiden Männern, die alles auf den Kopf stellt, was Johnny von sich zu wissen glaubte.
Seit seiner umjubelten Uraufführung beim Sundance Film Festival heimst diese »grandiose Liebesgeschichte« (Screen) auf allen wichtigen Festivals immer mehr Preise ein und gilt für Hauptdarsteller Josh O‘Connor als Sprungbrett für eine ganz große Karriere.

__ So abgedroschen Vokabeln wie »wahrhaftig« und »authentisch« durch inflationären Gebrauch sein mögen, bei diesem Debüt von Francis Lee treffen sie tatsächlich zu. Der Regisseur wuchs selbst auf einem Bauernhof im harschen Hochmoor auf, die Farm des Nachbarn dient nun als Schauplatz seines Films. Mehr noch: Die beiden Darsteller mussten als Vorbereitung mehrere Wochen bei der harten Hof-Arbeit mit anpacken, entsprechend gekonnt geben sie im Film die Geburtshelfer der Lämmer oder ziehen ihnen das Fell ab. So krass der Kontrast zwischen rauem Klima und schöner Landschaft ausfällt, so unterschiedlich präsentieren sich die Persönlichkeiten der beiden Helden. Wenn ausgerechnet der smarte Osteuropäer als sensibler Schöngeist dem einfältigen Briten die Augen öffnet und ihm nicht nur emotional, sondern zugleich ökonomisch ganz neue Perspektiven ermöglicht, kann das als gelungener Kommentar auf die neue Fremdenfeindlichkeit im Brexit-Land verstanden werden. Dies geschieht mit ähnlich beiläufiger Unaufdringlichkeit wie die Darstellung der Homophobie. »Das möchte ich wirklich nicht noch einmal alles durchleben!«, berichtet Gheorghe über die Anfeindungen in seiner Heimat: Ein kurzer Satz, der Bände spricht. Mehr Drama braucht es nicht. – Programmkino.de

__ Ein britisches Brokeback Mountain – nur besser. – Indiewire

__ Ein sexy, gedankenvoller, hoffnungsvoller Film. – Variety

Nächste Spieltermine:

So. 29. Oktober 11:20 Uhr OmU Movie 2
Zum Reservieren klicken Sie bitte auf den gewünschten Termin. Bitte beachten Sie, dass u. U. nicht für jede Vorstellung reserviert werden kann.
Programmänderungen (auch Saalwechsel) vorbehalten.
God’s Own Country
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Nr 345 - Oktober 2017
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