drucken

Die Unsichtbaren – Wir wollen leben

Die Unsichtbaren – Wir wollen leben

DE, 2017, 110 min, OdF, R: Claus Räfle, K: Jörg Widmer, D: Max Mauff, Alice Dwyer, Ruby O. Fee, Aaron Altaras, Victoria Schulz, Florian Lukas 


Außergewöhnliches Dokudrama, das die wahre Geschichte von vier jüdischen Jugendlichen erzählt, die sich während der NS-Zeit in Berlin erfolgreich ihrer Deportation widersetzten.

Berlin, 1943. Das Nazi-Regime hat die Reichshauptstadt offiziell für »judenrein« erklärt. Doch einigen Juden gelingt tatsächlich das Undenkbare: Sie werden unsichtbar für die Behörden. Oft ist es pures Glück und ihre jugendliche Unbekümmertheit, die sie vor dem gefürchteten Zugriff der Gestapo bewahrt. Nur wenige Vertraute wissen von ihrer wahren Identität. Da ist Cioma Schönhaus, der heimlich Pässe fälscht und so das Leben dutzender anderer Verfolgter zu retten versucht. Die junge Hanni Lévy blondiert sich die Haare, um als scheinbare Arierin unerkannt über den Ku’damm spazieren zu können. Eugen Friede verteilt nachts im Widerstand Flugblätter. Tagsüber versteckt er sich in der Uniform der Hitlerjugend und im Schoße einer deutschen Familie. Und schließlich ist da noch Ruth Gumpel, die, als Kriegswitwe getarnt, NS-Offizieren Schwarzmarkt-Delikatessen serviert. Sie alle kämpfen für ein Leben in Freiheit, ohne wirklich frei zu sein...

AUS EINEM INTERVIEW
MIT DEM REGISSEUR:
Wie kam es zu der ungewöhnlichen Struktur mit Spielfilmszenen und Interviewausschnitten?
Wir haben dieses Hybridformat gewählt, weil wir die Geschichten dieser vier Menschen so glaubwürdig, authentisch und wahrhaftig wie möglich erzählen wollten. Die kurzen Statements der echten Protagonisten geben der Handlung zusätzliche Kraft, Wahrhaftigkeit und auch Tempo. Die Ebenen greifen ineinander, das funktioniert sehr gut. Unsere Helden, die das damals erlebt haben, sind alte Menschen am Ende ihres Lebens, trotzdem erzählen sie voller Vitalität und mit einem Leuchten in den Augen. Sie erzählen ihre Geschichten in einem versöhnlichen Ton. Sie haben selbst erlebt, dass in Berlin nicht alle Deutschen Nationalsozialisten waren. Es gab eben auch gute Menschen, und das hat sich eingeprägt. Damit erteilen sie keine Absolution, aber sie reichen die Hand und geben etwas Versöhnliches. Das ist auch die Botschaft, die dieser Film haben sollte, wenn ein Film überhaupt Botschaften haben kann.

Nächste Spieltermine:

Do. 26. Oktober 18:30 Uhr OdF Movie 2
Zum Reservieren klicken Sie bitte auf den gewünschten Termin. Bitte beachten Sie, dass u. U. nicht für jede Vorstellung reserviert werden kann.
Programmänderungen (auch Saalwechsel) vorbehalten.
Die Unsichtbaren – Wir wollen leben
Moviemento-Programmzeitung
Nr 345 - Oktober 2017
KIK 2017/18KinderfilmfestivalCreep Night #1: HALLOWEEN
schliessen [X]
Film der Woche: Borg/McEnroe