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Hereinspaziert!

À bras ouverts

FR, 2017, 93 min, R: Philippe de Chauveron, K: Philippe Guilbert, D: Christian Clavier, Ary Abittan, Elsa Zylberstein, Cyril Lecomte, Nanou Garcia, Oscar Berthe 


Neue Komödie vom Filmteam von MONSIEUR CLAUDE UND SEINE TÖCHTER, in der sich eine neunköpfige Romafamilie im Haus eines linksliberalen Starautors einquartiert.

Der linksliberale Starautor Jean-Etienne Fougerole lebt mit Frau Daphné, Sohn Lionel und Personal ein privilegiertes Leben. Trotzdem oder gerade deshalb spricht er sich in seinem neuesten Werk für die bedingungslose Aufnahme von obdachlosen und hilfsbedürftigen Menschen aus. Bei einem TV-Duell lässt er sich auf ein verbales Kräftemessen mit einem verhassten Konkurrenten ein, der eine gegensätzliche und vor allem populistische Haltung vertritt. Im Laufe der hitzigen Debatte stellt dieser Fougeroles Engagement provokant in Frage. Um sein Gesicht zu wahren, gibt Jean-Etienne vor laufender Kamera dem Druck des Kontrahenten nach und erklärt sich bereit, »selbstverständlich« und zu jeder Zeit hilfsbedürftige Roma in seiner Nobelvilla aufzunehmen.
Schon am gleichen Abend wird Jean-Etienne von den Folgen seiner vermeintlich großherzigen Ankündigung eingeholt: Auf seiner Schwelle steht das Roma-Familienoberhaupt Babik mit seiner neunköpfigen Familie. Einen Caravan, der ihnen als Unterkunft dient und formidabel auf den gepflegten Rasen der Fougeroles passt, haben sie auch dabei. Mit dem bürgerlich-satten Leben der Familie Fougerole ist es damit schlagartig vorbei. Während die neuen Mitbewohner den Haushalt kräftig aufmischen und besonders Sohn Lionel die Annäherung der Familien vorantreibt, hat der Samariter wider Willen, Jean-Etienne, eine zündende Idee: Warum nicht das Ganze für seine Zwecke öffentlich ausschlachten?

AUS EINEM INTERVIEW MIT DER REGIE:
Wie kamen Sie auf die Idee
zu HEREINSPAZIERT?
Das war eine Idee von Guy Laurent und meinem Bruder Marc de Chauveron. Sie hatten sich ein Fernsehduell angeschaut, und dabei sagen ja die eingeladenen Studiogäste oft jede Menge Blödsinn. Guy und Marc ließen dann einfach ihrer Fantasie freien Lauf und fragten sich, was wäre, wenn einer dieser Studiogäste einfach seine Privatadresse preisgibt, um sein Gesicht zu wahren? Ich arbeitete gerade an meinem Film ALLES UNTER KONTROLLE!, als sie mir von ihrer Idee erzählten. Ich fand das witzig, und auch Christian Clavier wurde sofort informiert und war sehr angetan von dieser Filmidee. Für ihn war dann sofort klar, dass ich dabei Regie führen wollte.

Wie sind Sie mit der Roma-Thematik im Film umgegangen, ohne in eine Karikatur zu verfallen?
Es gibt ja viele Roma-Gemeinden. Wir haben uns für eine Familie entschieden, die ursprünglich aus Rumänien stammt und nach Frankreich geflohen ist. Sie leben oft unter prekären Bedingungen, sehen sich gezwungen zu betteln und leben in Wohnwagen. Die Hauptfigur Babik, die von Ary Abittan gespielt wird, sagt es ja einmal im Film: ohne Papiere keine Arbeit. Sie haben so oft keine Wahl. Diese Realität wollten wir darstellen, aber mit den Mitteln der Komödie. So haben wir eng mit Sorin Mihal, einem Mitglied der Roma-Gemeinde in Rumänien, zusammengearbeitet. Er las das Drehbuch und kam auch ans Set. Er sollte uns sagen, ob das, was wir drehten, stimmig und authentisch war. Dabei war jedoch klar, dass wir keinen Dokumentarfilm, sondern eine Komödie drehten.

Es sind keine Spieltermine für diesen Film vorhanden.
Hereinspaziert!
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Nr 344 - September 2017
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