drucken

Die Migrantigen – Ausländer z‘haus

The Migrumpies

AT, 2017, 98 min, R: Arman T. Riahi, K: Mario Minichmayr, D: Aleksandar Petrovic, Faris Rahoma, Brigitte Kren, Daniela Zacherl, Dirk Stermann, Nabil Rahoma 


Politisch unkorrekte Komödie über zwei Freunde, die für eine TV-Doku-Serie vortäuschen, arbeitslose Kleinkriminelle mit Migrationshintergrund zu sein – bis sich das Blatt wendet und die erfundene Wirklichkeit sie einholt.

Marko und Benny, zwei Wiener mit sogenanntem »Migrationshintergrund«, sind vollständig integriert. So sehr, dass sie kaum noch als fremd wahrgenommen werden – wären da nicht Bennys schwarze Haare. Als die beiden aufgrund ihres Aussehens am Rudolfsgrund, einem ethnisch durchmischten Vorstadtviertel, von der ambitionierten TV-Redakteurin Marlene Weizenhuber, die nach Protagonisten für ihre TV-Dokuserie sucht, angesprochen werden, geben sie sich als kleinkriminelle und abgebrühte Migranten aus, die es faustdick hinter den Ohren haben. Damit ihre Lüge nicht auffliegt, bauen sie sich eine zweite Identität, die aus Klischees und Vorurteilen besteht. Und während die beiden durch die Erfüllung dieser Erwartungen und Vorurteile die Serie zum Erfolg machen, setzen sie sich gleichzeitig zum ersten Mal mit den echten Integrationsschicksalen auseinander – auch mit ihren eigenen... eine politisch unkorrekte Komödie über moderne Klischees, falsche Identitäten und »echte« Ausländer – falls es die überhaupt gibt!

AUS EINEM INTERVIEW
MIT DEM REGISSEUR
Sind Sie grantig auf das Wort »Migrationshintergrund«?
Prinzipiell habe ich nichts gegen den Begriff »Migrationshintergrund«, falls mein Film diesen Eindruck vermittelt. Er ist nur mittlerweile selbst zum Klischee geworden und in einer Stadt wie Wien darüber hinaus ganz besonders nichtssagend. Wahrscheinlich kommen mindestens zwei Drittel der Wiener ursprünglich von irgendwo her. Es ist ein altmodischer Begriff, der eigentlich schon länger keine Relevanz mehr hat.

Wie viele Nationalitäten bzw. Hintergründe waren in dieser Produktion vertreten?
Irgendjemand hat es mal gezählt, so an die zwanzig. Es war jedenfalls sehr lebendig und sehr erfrischend, mit Leuten zu arbeiten, die zwar noch keine sehr lange Filmographie, aber ein hohes Maß an Professionalität haben. Die sechs Wochen Dreh waren ziemlich stressig, umso mehr, als es drei davon geregnet hat. Man ist beim Dreh in einem fahrenden Zug und muss danach trachten, auf dem Weg die Dinge einzufangen, die man für wesentlich hält. Im Nachhinein betrachtet habe ich das Gefühl, dass es für alle Beteiligten eine schöne Erfahrung war. Jedenfalls habe ich schon Rufe nach dem zweiten Teil gehört.... Mir liegt eines sehr am Herzen: dass endlich Leute eine Plattform haben, die sonst nie eine Chance bekommen. Und dass diesmal kein Araber einen Kroaten und kein Österreicher einen Jugo spielen muss, und Wiener mit einer zweiten Kultur endlich das spielen können, was sie eigentlich sind: Österreicher.

__ Hundsgemein, scharfsinnig, mutig
– Rolling Stone

__ Zum Schreien Komisch! – TAZ

__ Bitterböse ... Köstlich – SZ

Es sind keine Spieltermine für diesen Film vorhanden.
Die Migrantigen – Ausländer z‘haus
Moviemento-Programmzeitung
Nr 341 - Juni 2017
KIK 2017/18KinderfilmfestivalCreep Night #1: HALLOWEENCinema Next - Filmnacht 17/10Cinemar Movie Night 10/17
schliessen [X]
Film der Woche: Borg/McEnroe