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Tiger Girl

Tiger Girl

DE, 2017, 91 min, R: Jakob Lass, K: Timon Schäppi, D: Ella Rumpf, Maria Dragus, Enno Trebs, Franz Rogowski, Ulrik Bruchholz, Lana Cooper 


Furioser Martial-Arthouse-Film von Jakob Lass über zwei junge Frauen in Berlin, die dem Alltag den Krieg erklären.

Margarethe „Maggie“ Fischer nimmt Anlauf, springt und fliegt. Auf die Schnauze. Und durch die Polizeiprüfung. Dabei war Maggie so gut vorbereitet, hatte trainiert, geübt, gelernt. Sie wollte zur Polizei, wollte eine Aufgabe, einen Platz. Jetzt brummt ihr der Kopf; die Trillerpfeife des Übungsleiters zerschneidet ihre Zukunft und Theo, der attraktive Mitbewerber, lacht sie aus. Maggie ist gescheitert.

Als sie heulend zurück in ihr altes Leben fährt, kostet nicht nur der Parkplatz auf einmal fünf Euro Gebühr – es ist auch keine Parklücke mehr frei. Scheiße. Doch die Wächterin schenkt Maggie erstens ein breites Grinsen und zweitens eine Parkmöglichkeit, indem sie einfach den Seitenspiegel eines dicken Autos abtritt: „Jetzt passt‘s!“ - Maggies erste Begegnung mit Tiger, einem Mädchen, das als Outlaw in einem ausrangierten Bus lebt und der Wohlstandsgesellschaft das Frühstück vom Teller klaut.
Maggie fängt eine Ausbildung bei einem privaten Sicherheitsdienst an. Zur Überbrückung erst mal – bloß nicht durch das Raster fallen, keine Lücke im Lebenslauf, haben ihre Eltern immer und immer wiederholt. Sie ist jetzt „Frau Fischer“ und trägt ein blaues Azubi-Shirt wie alle anderen. In der Schule trifft sie auf nette Jungs, dumme Sprüche und eine Menge Regeln und Disziplin. Maggie trainiert; Maggie landet schon wieder auf der Matte. Eigentlich könnte sich jetzt wieder Routine einstellen, würde sie nicht ständig auf merkwürdige Weise diesem Mädchen vom Parkplatz begegnen.
Tiger schleicht um Maggie herum und kommt ihr immer wieder ungefragt „zu Hilfe“. Maggie will eigentlich nur in Ruhe gelassen werden. Zum Glück hält Tiger sich nur ungern an Anweisungen. Als drei Koksaffen mit Baseballschläger Maggie in der U-Bahn bedrängen, taucht sie im richtigen Moment wieder auf und – Zackboombäng! – haben die Typen den Basi selber in der Fresse. Der Baseballschläger findet seinen Weg aus dem Getümmel in Maggies Hand und sie muss eine Entscheidung treffen. Sie verbündet sich mit Tiger. Es gibt Dosenbier und eine Taufe: Maggie ist jetzt „VANILLA the Killer“! Tiger und Vanilla werden Freundinnen…

TIGER GIRL, der Film zum Ende des Fake. Entstanden ist dabei auch gleich ein neues Genre: „Martial Arthouse“, eine explosive Mischung aus Improvisation, Fiktionalität, Doku und stilisierten Action-Choreografien. Wie bei LOVE STEAKS gibt es bei TIGER GIRL keine geschriebenen Dialoge; statt eines konventionellen Drehbuchs bildet das sogenannte „Skelettbuch“ das Grundgerüst für die Geschichte. Beim Dreh finden die Dreharbeiten anhand des Szenenfahrplans in einem semi-dokumentarischen Umfeld statt, in diesem Fall: die Ausbildungsrealität bei einem privaten Sicherheitsdienst. Maria Dragus (Deutscher Filmpreis 2010) teilt sich als Vanilla in realen Unterrichtsstunden die Bank mit Security-Azubis. An der Seite der aus Michael Hanekes DAS WEISSE BAND bekannten Schauspielerin ist Shootingstar Ella Rumpf als Tiger zu sehen.

__ Jakob Lass’ zweiten Fogma-Film durchzieht eine kriminelle Energie, die seinen Style ein bisschen vor dem Klischee bewahrt. - critic.de

Es sind keine Spieltermine für diesen Film vorhanden.
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