Up in the Air
Up in the Air
US, 2009, 109 min, Engl./OmdtU, R: Jason Reitman, K: Eric Steelberg, D: George Clooney, Vera Farmiga, Anna Kendrick, Jason Bateman, Amy Morton, Melanie Lynskey
Ryan Bingham ist immer unterwegs: Wenn er sein Leben nicht gerade in Flugzeugen, Leihautos oder Airport-Hotels verbringt, macht er für seine Firma die Drecksarbeit und feuert Mitarbeiter. Er steht kurz vor der Erfüllung seines großen Ziels, die Zehn-Millionen-Meilen- Hürde als Frequent Flyer zu nehmen.
322 Tage, verkündet er stolz, habe er vergangenes Jahr im Hotel verbracht. Kein Wunder, dass sein eigenes Apartment in Omaha, Nebraska, aussieht wie ein Motelzimmer, vielleicht nur dürftiger eingerichtet. Dafür versteht er sich unterwegs auf Luxus, Upgraden lautet sein Zauberwort, ob in Sachen Hotel, Mietauto oder Flugzeug. Eines Abends trifft er in einer Hotellobby eine Gleichgesinnte, Alex, im Management tätig und auch mehr unterwegs als zu Hause. Launig beginnen sie ein Spiel mit ihren Mitgliedskarten, diskutieren darüber, ob Hertz Avis, Marriott Hilton oder Lufthansa American Airlines sticht.
Die dritte Regiearbeit von Juno-Filmemacher Jason Reitman ist sein bisheriges Meisterwerk. Basierend auf dem Roman „Der Vielflieger“ von Walter Kirn, entwirft er ein in allen Belangen überzeugendes Bild eines von George Clooney perfekt gespielten modernen Mannes, in dessen Leben Statussymbole den Platz traditioneller Werte eingenommen haben. Dessen verblüffende Menschwerdung verpackt Reitman in einen zutiefst bewegenden, immer wieder rasend komischen und visuell exquisit gestalteten Film, der schon jetzt als Klassiker des amerikanischen Kinos gewertet werden darf.
Mit unglaublichem Tempo und einem hervorragenden Gespür fürs richtige Timing spult Reitman seine Story ab. In Blitzmontagen werden Leute gefeuert, via Luftaufnahmen und Inserts atemlose Ortswechsel vorgenommen, nur um dann wieder das Geschehen mit spritzigen Dialogduellen zu bremsen. Wenn der Regisseur dann Hochzeit feiert, mit der Kamera ins Geschehen eintaucht und ganz beiläufig Stimmung einfängt, dann erkennt man, dass Reitman bereits ein Großer im Filmbusiness ist. Sein Tod bei einem Flugzeugabsturz würde ihn sogleich in Hollywoods Olymp einziehen lassen und posthume Oscars garantieren. Das hat Reitman zumindest im Interview so formuliert. – Kino.de
Mit Up in the Air legt Jason Reitman eine meisterhafte, kluge Tragikomödie vor, die vor dem Hintergrund der größten Weltwirtschaftskrise seit Dekaden eine eigene Welt erschließt und dabei einfach formidabel unterhält. Atmosphärisch dicht, leicht und beschwingt, mal zynisch, mal warmherzig und in der Spitze herzergreifend ist Up in the Air der Beweis dafür, dass es auch abseits der ausgetretenen Pfade noch Neues zu entdecken gibt. – Carsten Baumgardt
Filmografie Jason Reitman
2005 Thank You for Smoking
2007 Juno
2009 Up in the Air



